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31. August 2011
Posted in Internet News
Die teilweise widersprüchliche Nachrichtenlage in Sachen Wikileaks zu überschauen, ist in der jüngsten vergangenheit immer schwerer geworden. Grob zusammenfassend lässt sich allerdings sagen, dass sich die Whistleblower-Organisation zur Zeit in einer extrem kritischen Lage befindet. Vor allem, weil die Auseinandersetzung zwischen Julian Assange und Daniel Domscheit-Berg immer mehr aus dem Ruder läuft und im Rahmen dieser Auseinandersetzung auch die Integrität von Wikileaks immer mehr leidet. Und das in einem Maß, dass man den Eindruck gewinnen muss, der Vorhang zum letzten Akt des Dramas werde gerade aufgezogen.
So berichtete in der vergangenen Woche das Magazin Der Freitag über die im Netz zu findende Datei Cables.csv, die vermutlich einen Großteil der US-Botschaftsdepeschen enthält - veröffentlichte und unveröffentlichte. Auch das Passwort zu dieser verschlüsselten Datei sei im Internet zu fiunden, heißt es. Kurze Zeit später startet auch Wikileaks mit der Herausgabe tausender bisher unveröffentlichter und nicht redigierter Dokumente.
Doch beide Veröffentlichungen gefährden möglicherweise die in den vertraulichen Dokumenten genannten Informanten. Beispiele hierfür lassen sich laut AP zuhauf finden. Wie es zu beiden Ereignissen kam, wird jedoch unterschiedlich dargestellt.
In beiden Fällen lässt sich lediglich zusammenfassen, dass - je nach Blickwinkel -. Assange oder Domscheit-Berg hauptsächlich verantwortlich sein sollen oder könnten. Assange soll die Datei ungeschützt auf dem WL-Server geparkt haben und das Passwort der verschlüsselten Datei unvorsichtigerweise einem Dritten überlassen haben. Domscheit-Berg dagegen soll hinter der Meldung des Freitag stehen.
Als ob damit die Situation noch nicht undurchsichtig genug wäre, stellt sich ein weiterer Akteur auf der Bühne ein: Bei Twitter kündigt der anonyme "Ex-Wikileaks-Architekt" (@ex_wl_arch) an, dass 10 MB an (Chat-) Logs der Gespräche zwischen "Dan and Julian" ihren Weg an die Öffentlichkeit finden, sobald der von Beiden enttäuschte Coder seine Backups wiederfindet.
Davon dürften noch einmal weitere Schlammmschlachten zu erwarten sein, wie man sie sonst nur aus TV-Scheidungsprozessen kennt. Doch der die Öffentlichkeit meidende Architekt liefert in einem weiteren Tweet auch schon den fehlenden Schlusssatz für das gesamte Drama: "Egos haben alles ruiniert. Denkt daran jedesmal, wenn ihr etwas über WikiLeaks und OpenLeaks lest".
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