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Weit aus dem Fenster gelehnt hat sich das Musikmagazin Side-Line mit der Angabe, die Musikindustrie plane bereits für das nächste Jahr die Aufgabe der CD als Datenträger für Musik. Das Magazin stützt sich auf die Angabe einer noch nicht einmal ansatzweise bezeichneten Person. Doch erstaunlicherweise wird die Prognose von etlichen Autoren für bare Münze genommen.

Dabei ist diese Einschätzung sehr zweifelhaft, solange das CD-Format noch immer für den Löwenanteil der Einnahmen der Musikindustrie sorgt. Gartner geht für das Jahr 2010 von Einnahmen in der Größenordnung von 15 Milliarden Dollar im CD-Geschäft aus. Im Jahr 2015 sollen es laut den Marktforschern immer noch 10 Milliarden Dollar sein. Warum also sollte die Musikindustrie sich nach vielen Jahren der Berührungsängste mit der Online-Welt plötzlich zu einem derart radikalen Schnitt entschließen und die Haupteinnahmequelle zugunsten des Downloads aufgeben? Das kann man wohl nur nach dem Konsum der branchenüblichen Drogen verstehen.

Dass auch die CD irgendwann einmal den gleichen Weg nehmen wird wie die Musik-Cassette, die Vinylplatte oder das 8-track (noch nie gehört? Wikipedia) ist extrem wahrscheinlich. Das hat etwa vor zwei Jahren ein Autor der New York Times in einem Kommentar sehr schön mit Zahlen und Diagrammen belegt. Doch gerade bei dem massenhaft genutzten CD-Format ist nicht mit einem schnellen Schnitt, sondern eher mit einem langsamen Fade-out zu rechnen.

Wenn Gartners Prognosen zutreffen, wird dieses Ausklingen noch viele Jahre andauern, denn der oben genannten Prognose der 10 Milliarden CD-Dollars des Jahres 2015 stehen vermutete Einnahmen in Höhe von 7,7 Milliarden Dollar aus dem Online-Geschäft des gleichen Jahres entgegen. Noch müssen sich Musikfreunde also keine zu großen Sorgen um ihre Silberscheiben machen.



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