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28. Juni 2006
Posted in Internet News
Die skurrile Geschichte des Freistaates "Sealand" und dem dort beheimateten Provider HavenCo könnte nach einem Großfeuer ein Ende gefunden haben. Michael Bates, "Prinz" von Sealand und Sohn des "Fürsten" Roy Bates steht vor einem verkohlten und verwässerten Scherbenhaufen. Feuerwehrleute aus dem benachbarten England haben den Brand eines Generators mit einem Löschboot bekämpft und dabei alles unter Wasser gesetzt.
Zur Erinnerung: Fürst Bates hatte die nicht mehr benutzte britische Seefestung aus dem 2. Weltkrieg im Herbst 1967 besetzt und für unabhängig erklärt. Es folgte eine äußerst wechselvolle Geschichte, in der es um die Angriffspläne der britischen Regierung, die Errichtung eines Piratensenders, um einen Staatsstreich, die Bildung einer Exilregierung in Deutschland sowie um dubiose Sealand-Pässe ging, die für kriminelle Zwecke genutzt worden sein sollen. Der Wikipedia-Beitrag zu Sealand liest sich spannend wie ein Krimi
Die Grundlage des Freistaat-Gedankens, außerhalb der britischen Drei-Meilen-Zone zu liegen, ist dabei schon längst hinfällig. Die nationale Zuständigkeit wurde schon in den 80er Jahren auf 12 Seemeilen ausgeweitet und künstliche Bauten im Meer werden nicht als "staatliches Territorium" akzeptiert.
Doch das hinderte den Sohn des Fürsten nicht daran, sich an dem britischen Provider Havenco zu beteiligen und mit der staatlichen Souveränität von Sealand zu werben. Das Hosting auf Sealand sollte Schutz vor jedem staatlichem Zugriff bieten (vgl. Havenco, der sichere Hafen) und im Jahr 2001 wurden sogar Pläne kolportiert, wonach die Tauschbörse Napster auf Sealand-Servern weiter betrieben werden könnte (vgl. Napster ins Insel-Exil?).
Nun aber, nach dem Brand dürfte wohl kaum jemand mehr an die Eigenstaatlichkeit Sealands und den damit verbundenen Hosting-Vorteil glauben. Und das weniger, weil nun auf Sealand keine Server mehr beheimatet werden könnten. Dass dort auch nur im Notfall ein echtes Server-Housing angeboten werden konnte, musste ohnehin schon die ganzen Jahre bezweifelt werden. Nur ein Havenco-Büro soll in den Betonpfeilern Sealands beheimatet gewesen sein.
Viel wichtiger aber scheint, dass Sealand nun eine unbewohnte Ruine ist und damit eine der wichtigsten theoretischen Grundlage des Freistaats verschwindet, die dauerhafte Bevölkerung. Der einzige Bewohner der Insel, vermutlich ein Sicherheitsangestellter, wurde bei dem Brand aus der Luft gerettet. Und die britische Regierung dürfte nun weiterhin Anlass haben, aus Sicherheitsgründen den Wiederaufbau der Festung zu verhindern. Was angesichts des Schadens von möglicherweise 500.000 Pfund ohnehin ein Problem wäre. Denn Sealand war leider nicht gegen Brand versichert.
Links zu diesem Artikel
- Sealand in ruins after blaze (EADT24)
- Crypto utopia Sealand ravaged by fire (The Register)
- Vow to repair Sealand (EADT24)
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