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Die Washington Post berichtet aus dem Alltag der Diplomaten und der US-Geheimdienste: Das US-Außenministerium wollte in einer UN-Resolution die Namen von Iranern nennen, die mit dem Atomwaffenprogramm des Landes in Verbindung stehen, um diesen Personen mit Sanktionen wie etwa Reiseverboten zu drohen.

Die CIA, um eine solche Namensliste gebeten, winkte aber ab. Man habe zu geringe Ressourcen und müsse darauf bedacht sein, Informanten nicht zu enttarnen. Also beauftragte das Außenministerium einen jungen Offizier, noch Neuling im auswärtigen Dienst, mit der Suche nach den gewünschten Namen. Sein Auftrag: "Suche bei Google nach Namen, die etwa bei der Eingabe von 'Iran" und "nucelar' als Ergebnis erscheinen.

Die 12 Personen, deren Namen am häufigsten bei diesen "Recherchen" auftauchten, wurden schließlich in den Entwurf einer Resolution aufgenommen, der dann bei der UN die Runde machte. Keine dieser Personen steht nach Einschätzung der CIA mit dem geheimen Atomwaffenprogramm Irans in Verbindung.

Dennoch wurde schließlich eine Handvoll der Namen "bestätigt", obwohl weiterhin ein Zusammenhang zwischen diesen Personen und dem iranischen Waffenprogramm verneint wird. Dies wurde möglich, weil man sich mit Großbritannien und Frankreich darauf einigte, keine der gewählten Zielpersonen mit Geheimdienstinformationen zu rechtfertigen.

Stattdessen einigte man sich auf Namen, die in der Öffentlichkeit in Verbindung mit den nuklearen Energie- und Waffenprogrammen des Landes genannt wurden. Damit war die gegoogelte Liste rechtfertigt.

Die Washington Post erkennt hinter diesem Ablauf ein typisches Dilemma der Geheimdienste, die einerseits als Informationsbeschaffer dienen sollen und andererseits ihre Methoden und Kontakte schützen wollen. Doch wie die Zeitung andeutet, vermutet sie in anderen Ländern ähnliche Probleme.

Die Vertreter der Europäischen Union haben es demnach abgelehnt, sich in solchen Fällen auf Google zu verlassen. Dennoch die von ihnen präsentierte Namensliste war mit der Google-Liste nahezu identisch.



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