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01. Dezember 2011
Posted in Internet News
Das Rätselraten um das wahre Ausmaß der individuellen Überwachung durch die Carrier IQ-Software auf Mobilfunkgeräten geht weiter. Inzwischen haben mehrere Gerätehersteller (u.a. HTC und Samsung) bestätigt, die Software jeweils auf Wunsch ihrer Großkunden, also der Mobilfunkunternehmen, zu integrieren.
Bei einem dieser Carrier, Sprint, hatte der Andoid-Entwickler Trevor Eckhardt die Software auf einem Gerät zuerst entdeckt. Ein Mitarbeiter von Sprint hat nun aber auf einer für die Öffentlichkeit geschlossenen Konferenz erwähnt, dass sein Unternehmen in den letzten 13 Monaten alleine 8 Millionen polizeiliche Anfragen nach dem GPS-Standort von Geräten beantworten musste. Diese unglaublich hohe Zahl und die Entdeckung der Carrier IQ-Software haben möglicherweise nichts miteinander zu tun. Falls doch, wäre es ein gigantischer Skandal.
Sprint hat inzwischen die Angaben des Sicherheitsmitarbeiters bestätigt, aber auch relativiert. Demnach geht es nicht um 8 Millionen Standorterfassungen verschiedener Personen. Es sei vielmehr so, dass bei einzelnen Personen beziehungsweise Ermittlungen tausende von einzelnen "Pings" durchgeführt werden müssen. Womit einzelne Abfragen über den Standort gemeint sind. Doch davon zeigen sich die Bürgerrechtler von EFF nicht beeindruckt..
Sie fragen vielmehr, auf welcher rechtlichen Grundlage solche längerfristigen Überwachungen durchgeführt werden. Denn schon die einzelne GPS-Erfassung ist immer noch strittig. Obwohl etliche Gerichte das Abfragen dieser Daten auch ohne richterlichen Beschluss für rechtens erklärt haben. Wie sollte es auch rechtswidrig sein, solange es keine Gesetze gegen die GPS-Überwachung gibt? Da wundert man sich auch nicht, wenn die Ermittler keine Grenzen kennen und diese nützliche, schnelle und kostengünstige Personenüberwachung millionenfach in Anspruch nehmen.
Doch wie geht das eigentlich technisch vor sich? Bei derart vielen Anfragen müsste bei Sprint eine ganze Abteilung damit beschäftigt sein, die Anfragen der Polizei zu bearbeiten. Es sei denn, die Ermittler haben die Möglichkeit, direkteren Zugriff auf die GPS-Daten der Geräte nehmen.
Das ist eine absolut spekulative Überlegung wohlgemerkt, doch sie fügt sich ins Bild.
Auch, weil die Carrier IQ-Software auf den Geräten Daten in einer Fülle erfasst, wie sie zur Messung der technischen Performance der Geräte und des Netzbetriebs vermutlich nicht erforderlich wären. Ein Tool wie Carrier IQ, das auf Abermillionen Geräten zu finden ist - übrigens auch im iOS von Apples iPhone - könnte den Ermittlern eine Schnittstelle auf Geräteebene geben, bei der die Integrität des Carrier-Datenverkehrs und der Geschäftsprozesse dieser Unternehmen voll gewahrt bleiben kann.
Den Ermittlern vollen Zugang auf den Telefon- und Internet-Verkehr der Kunden zu geben, ist den Carriern ja auch nicht fremd. Haben nicht die Carrier und Internet-Netzbetreiber unter der Präsidentschaft von George W. Bush dem Nachrichtendienst NSA rechtswidrig Zugang zu dem gesamten Datenverkehr gegeben? Ein Zugang, der einen kritischen Zeugen davon sprechen ließ, dass bei AT&Tdas "ganze Internet kopiert" wird.
Das wurde schließlich untersagt, nachdem es zum Jahreswechsel 2006 in der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde. Doch der Datenhunger der Ermittler ist sicher bestehen geblieben und die Bereitschaft der Unternehmen zur Kooperation mit der Exekutive ebenfalls. Auch wenn diese Kooperation wie im Fall der NSA-Überwachung die Grenzen der Legalität und der Loyalität zum Kunden hinter sich lässt.
Von daher wäre es im Fall von Carrier IQ vielleicht auch etwas verständlicher, wieso sich sonst hart konkurrierende Carrier und Gerätehersteller in seltener Einigkeit für das jeweils gleiche System zur Performance-Überwachung entscheiden. Wenn dieses System ganz nebenbei das Verhältnis zu Polizei und Justizministerium entspannt, dann wäre eine einheitliche Performance-Kontrolle mit Trojaner-Funktion sicher das kleinste Problem.
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