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Ein der vergangenen Woche veröffentlichtes Werbevideo für einen bereits berühmt-berüchtigten Cloud Service entwickelt sich zur Multi-Posse. Der Fall ist hinsichtlich der Beteiligten schwierig und hinsichtlich des Videos schmierig zugleich. Womit man schon mitten im Thema ist, denn das Werbevideo führt jetzt  zu einer rechtlichen Auseinandersetzung zwischen dem aus Deutschland verschwundenen DotCom-Schwergewicht Kim Schmitz einerseits sowie der Universal Music Group andererseits, einem der (beiden) größten Musikunternehmen weltweit.

Das Video, mit dem das Drama seinen Auftakt nahm, wurde am Freitag vergangener Woche bei YouTube eingestellt. Es handelt sich dabei kurz gesagt um einen Werbe-Song, in dem eine ganze Reihe populärer Musiker (P Diddy, Will.i.am, Alicia Keys, Kanye West, Snoop Dogg...) mit mehr weniger gequältem Gesichtsausdruck ihre Liebe zu MegaUpload erklären.

schmitzDer Streifen soll 5 Millionen Dollar gekostet haben, womit sich die Teilnahme der fast ausnahmslos schwarzen Musiker (Ausnahme: Schmitz als Sänger) vielleicht am ehesten erklärt. Denn die Musiker sind Kinder beziehungsweise Produkte der modernen Unterhaltungsindustrie und die wiederum sieht in Diensten wie MegaUpload ein Übel, das es auszumerzen gilt.

Wie andere "Cyberlocker" (z.B. Rapidshare) bietet MegaUpload virtuelle Schließfächer ("Locker") an, in die Dateien zur weiteren Verbreitung von den Anwendern anonym hochgeladen werden können. Für die Musik-, Film- und Software-Industrie also eine Brutstätte der Piraterie, denn für deren Vertreter steht fest, dass dort in erster Linie gegen die Urheberrechte verstoßen wird.

Kein Wunder also, dass UMG der Veröffentlichung des Werbevideos bei YouTube mit einer Unterlassungsforderung ("Takedown Notification") schnell ein Ende setzen wollte. Angeblich verletzt das Video also die Urheberrechte des Labels.

Das Problem ist nur, dass diese Unterlassungsforderung offenbar ohne rechtliche Grundlage erfolgte. In einem Bericht des Hollywood Reporter wird zwar der Anwalt des Musikers Will.I.Am zitiert. Dieser behauptet, sein Mandant habe keine Einwilligung zu seinem Erscheinen in dem Video gegeben. Das Gleiche behauptet das Label an gleicher Stelle für mehrere andere "seiner" Musiker, die ebenfalls in dem Video zu sehen sind.

Doch "Kim Dotcom", der "Chief Innovation Officer" von MegaUpload kann anhand eines Vertrags (PDF-Kopie) belegen, dass Will Adams (Künstlename Will.I.Am) einer Veröffentlichung zugestimmt hat. Der Vertrag räumt  MegaUpload sogar sehr weitgehende Rechte ein. Daher geht MegaUpload nun gerichtlich gegen UMG vor und in einer ersten Reaktion hat das Gericht das Musikunternehmen dazu aufgefordert (PDF-Kopie), seine rechtlichen Ansprüche kurzfristig zu belegen.

Die dafür gesetzte Frist lief vor wenigen Stunden aus, ein weiterer Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Der Fall ist damit in einer heißen Phase angekommen und diese heiße Phase sowie die ganze Berichterstattung um den Fall dient MegaUpload als willkommene Gelegenheit für kostenlose Werbung.

Und damit wird das Thema nun wirklich schwierig, denn nun muss man sich die Frage stellen, inwieweit die ganze Geschichte einem vorgefertigten Script folgt. Auffällig ist jedenfalls, dass TorrentFreak bereits am 9. Dezember - also fast zeitgleich mit der Veröffentlichung des Videos - einen ausführlichen Bericht über das Video, die beteiligten Künstler und den Auftraggeber parat hielt. Fast könnte man meinen, das populäre Piraten-Blog habe sich zu PR-Zwecken instrumentalisieren lassen.

Auch in den folgenden Tagen berichtete TorrentFreak immer aus erster (MegaUpload-) Hand über die Geschehnisse. Man freute sich beispielsweise über Kim Dotcoms Äußerung, dass UMG "ein Schurken-Label" ist und baute MegaUpload zu einem heldenhaften Streiter gegen den SOPA-Gesetzesentwurf auf.

Das alles, ohne auch nur ansatzweise auf die Hintergründe von Kim Dotcom und MegaUpload  einzugehen. Obwohl Torrentfreak-Autor Enigmex auch für einen Beitrag aus dem vergangenen Jahr verantwortlich zeichnet, in dem es um das bunte Treiben des MegaUpload-Gründers Kim Schmitz (vgl. Wikipedia, oder auch Focus 2007) geht. Nach den vielen Details, die in diesem TorrentFreak-Posting über Schmitz' Vergangenheit und Gegenwart geliefert werden, ist es extrem unwahrscheinlich, dass Enigmex von zwei verschiedenen Identitäten "Kim Dotcom" und "Kim Schmitz" ausgeht.

Um es kurz zu machen: Die Sache duftet übelst nach Gefälligkeitsberichterstattung der Piraten-Postille. Das Gleiche konnte man allerdings auch schon von Berichten sagen, die eher die Position der Gegenseite vertreten.

Nur ist es eben so, dass in der Person des MegaUpload-Gründers nun wirklich kein strahlender Held und Sympathieträger zu sehen ist. Von daher möchte man eigentlich nicht vor dessen PR-Karre gespannt werden. Doch interessanterweise sieht das die Zielgruppe des TorrentFreak ganz anders. Dort wird unter den Hunderten von Kommentaren mehrfach auf die fragwürdigen Zusammenhänge hingewiesen. Velfach heißt es dazu dann aber nur lapidar, dass MegaUpload und sein Gründer im Vergleich zur Musikindustrie das kleinere Übel sind.

Was allerdings kein ernsthaftes Argument sein darf - und vor allem zu beweisen wäre.

Update (19.12.11): TorrentFreak überlässt Kim Schmitz das Wort zum Sonntag. Er darf einen Beitrag veröffentlichen, der ihn  selbst als Opfer seiner eigenen Jugendsünden, als Opfer der Medien und als Opfer der Dinosaurier des Musikgeschäfts  erscheinen lässt.  Man ist ergriffen.



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