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Isamu Kaneko, der Entwickler der in Japan sehr populären P2P-Software Winny, wurde vom Bezirksgericht in Kyoto zu einer Geldstrafe von 1,5 Millionen Yen (ca. 9.670 Euro) verurteilt.

Im Vergleich zu den Millionensummen, um die es bei US-Tauschbörsen wie Napster und Kazaa ging ist das sicherlich kein großer Betrag. Doch Kritiker des Urteils halten die Entscheidung dennoch für weit übertrieben, denn Kaneko selbst wurde kein einziger Fall einer Urheberrechtsverletzung nachgewiesen. Er wurde verurteilt, weil er eine Software entwickelt hat, die "die soziale Ordnung stört", meint ein von Yoimuri zitierter Jura-Professor.

Auch bei der Formulierung und Verlesung des Urteils fand der Richter deutliche Worte. Kaneko habe selbstsüchtig und verantwortungslos gehandelt. Er sei sich auch des Schadens bewusst gewesen, der der Gesellschaft durch seine Software entsteht. Dabei gab es während der Verhandlung nur wenige Belege für diese Vorwürfe.

Kaneko, der seine WinNY-Software ursprünglich als "Mr. 47" in einem einschlägig bekannten Forum bekannt gegeben hatte, wies in einem späteren Posting auf eine Sicherheitslücke hin, die den anonymen Tausch gefährdete. Er warnt deswegen in diesem Posting davor, "illegale Dateien" zu tauschen.

Aus dieser Warnung wurde abgeleitet, dass Kaneko sich der kriminellen Nutzung seiner Entwicklung bewusst war. Dennoch fanden sich bei der Urteilsverkündung Prostestanten ein, die das Urteil auf Transparenten als "ungerecht" bezeichneten. Ihr Argument ist es in erster Linie, dass die Entwicklung Kanekos für sich betrachtet wertneutral ist, und dass man den Entwickler nicht für die Handlungen anderer Menschen verantwortlich machen kann.

Doch diese Absicht wird in dem Urteil erkennbar. Daher werden sich Software-Entwickler in Japan künftig fragen müssen, ob ihre Programme möglicherweise auch illegal genutzt werden können. Ob das für Entwickler von Waffen ebenso gilt, bleibt offen.



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