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Japan arbeitet bereits seit über drei Jahren an der Entwicklung einer Art Computer-Virus, der selbsttätig auf Cyber-Angriffe aus dem Internet reagieren könnte. Die technische Seite der Entwicklung scheint - wie auch in anderen Ländern - schon recht weit gediehen. Probleme macht zur Zeit eher der rechtliche Rahmen des Systems. Das Problem besteht darin, dass die Waffe für viele ihrer (potentiellen) Funktionen einfach nicht legitimiert ist.

Das System hat sich beispielsweise in Praxistests dabei bewährt, auf verteilte Denial-of-Service Angriffe zu reagieren. Der Virus kann die "Teilnehmer" an solchen Attacken identifizieren und wäre sogar in der Lage, diese Rechner teilweise zu neutralisieren. Auch das Hauptziel, die nachfolgende Identifizierung und Bekämpfung der virtuellen "Feuerleitstellen" solcher Angriffe sowie die anschließende Beweissicherung, stellen kein Problem dar. Bei anderen Formen des Angriffs kann der Virus ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit den mutmaßlichen Ursprung der Attacken identifizieren.

Doch für solche Cyber-Angriffe und ihre Abwehr hat Japan bisher keinen rechtlichen Rahmen definiert. Im Jahr 2005 wurde in einer Entscheidung des Kabinetts zwar festgelegt, in welchen Fällen eine Selbstverteidigung bei Computer-Angriffen gerechtfertigt ist. Cyber-Angriffe aus dem Internet wie etwa dDOS-Attacken wurden dabei aber nicht berücksichtigt. Der von Fujitsu im Auftrag des Verteidigungsministeriums entwickelte Virus könnte daher als nicht genehmigte Angriffswaffe interpretiert werden.

Von einigen Kreisen wird nun eine Anpassung des rechtlichen Rahmens an die Bedingungen eines Cyber-Kriegs verlangt. Von Teilen der Regierung heißt es dagegen, dass eine Einschränkung auf die Nutzung innerhalb beispielsweise der militärischen Netzwerke die Probleme schon beseitigen würde. Womit eine eher defensive Position bezogen wird. Die im übrigen auch dem in der japanischen Verfassung geforderten Verzicht auf militärische Aggression entspricht.

Doch Japan befindet sich nicht erst seit der historischen Abwahl der früher immer dominierenden liberalen Partei im Jahr 2007 in einer schwierigen Lage. Schon zuvor hatten die Liberalen im Jahr 2004 erstmals seit dem 2. Weltkrieg Soldaten in ein fremdes Land (Irak) entsandt. Was vermutlich einen Verstoß gegen die Verfassung des Landes darstellte. Fragen nach der grundsätzlichen Haltung und den Handlungsmöglichkeiten des Landes im Fall von externen Aggressionen sind also zur Zeit kein Tabu.



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