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05. Juli 2006
Der von Google als Vize-Präsident und "Internet Evangelist" angeheuerte ICANN-Vorstand Vint Cerf krempelt virtuell die Ärmel hoch und droht vorsorglich mit einer Kartellklage, sollten die US-Netzbetreiber es wagen, von Google zusätzliche Durchleitungs-Gebühren zu verlangen.
Nach wie vor geht es um das Thema "Net Neutrality", denn bei der gerade im Kongress diskutierten Telekommunikations-Reform soll es den Netzbetreibern freigestellt werden, besonders hoch frequentierten Internet-Angeboten die Rechnung für die hohe Beanspruchung der Leitungen zu präsentieren.
Die Netzbetreiber begründen dies mit notwendigen Investitionen, die von jenen getragen werden sollten, die die Leitungen am stärksten in Gebrauch nehmen. Die großen Internet-Unternehmen dagegen sehen darin den Versuch, ein zweites Mal abzukassieren und argumentieren, dass durch diese Zusatzgebühren ein Zwei-Klassen-System des Internet entstehen könnte: Nur die Daten zusätzlich zahlender Anbieter werden schnell und zuverlässig transportiert.
Die von Cerf vorgebrachte Drohung soll wohl die Stimmung zusätzlich anheizen und die Netzbetreiber unter Druck setzen. Allerdings weist auch er darauf hin, dass diese Drohung derzeit noch etwas verfrüht erscheint. Denn wie er sagt, wird Google zunächst einmal abwarten, ob die Gesetzgeber sich vielleicht doch noch überzeugen lassen, die Möglichkeit der Zusatzgebühren gesetzlich zu verbieten.
Sollte sein Unternehmen mit diesen Forderungen aber nicht durchdringen, müsse man wohl abwarten, bis "etwas Schlechtes passiert". Erst dann werde man sich an die für Kartellfragen zuständige Stelle im Justizministerium wenden. Wie allerdings im Land des uneingeschränkten Wettbewerbs angesichts so vieler Netzanbieter ein Missbrauch eines Monopols nachgewiesen werden soll, lässt Cerfs Drohung offen.
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