Verzeichnis-Abzocker
"Warum kostenlos, wenn es auch kostenpflichtig geht?" dachten wohl die Anbieter einer DMOZ-Kopie, die eine Gebühr für die Eintragung verlangen.
Klaus Schallhorn berichtet in seinen aktuellen Suchmaschinen-News über eine besonders dreiste Form der Abzocke. Unter opendirectory.net (absichtlich nicht verlinkt) bietet eine täuschend echte Kopie des DMOZ-Verzeichnisses an, die sonst kostenfreie Listung für 70 Dollar zu realisieren.
Das "echte" Open Directory (dmoz.org) wird von einem Netzwerk freiwilliger und unbezahlter Editoren gepflegt und vielfach auf anderen Sites gespiegelt. Auch das Google Directory basiert beispielsweise auf den DMOZ-Daten. Dort werden die Eintragungen nur entsprechend ihres Google-Ranking geordnet. Die Übernahme der DMOZ-Daten ist kostenfrei möglich, solange ein Hinweis auf das Open Directory-Projekt erfolgt.
Die Betreiber der Site opendirectory.net setzen nun auf die Ähnlichkeit der Domain zur Bezeichnung des Projektes sowie auf die Verwechslungsgefahr aufgrund des täuschend ähnlichen Designs. Und sie setzen natürlich auf die Unerfahrenheit vieler Anwender.
Aber damit stehen diese nicht alleine. Erst vor wenigen Wochen hat ein führendes deutsches Computer-Magazin in seiner Printausgabe ein Special "Suchmaschinen" angeboten. Dort wurde als "Geheimtipp" das "Hieros Gamos Directory" aufgeführt.
Dass es sich auch dabei nur um eine Kopie des Open Directory Projects, ist den Redakteuren damals entgangen. Offenbar schaffen es die fleißigen DMOZ-Editoren nicht, die ihrer Arbeit würdige Bekanntheit zu erlangen.