Datensammler angeklagt
Ein angeblich gemeinnütziges US-Forschungsunternehmen hat Millionen Daten von Schülern und Studenten vermarktet.
Ein neuer Fall aus den USA zeigt, wie skrupellos nicht nur Spam-Unternehmen, sondern vor allem auch die für die Branche so wichtigen Adresssammler vorgehen. Ein New Yorker Unternehmen hat millionenfach Daten von Schülern gesammelt und für Marketing-Zwecke missbraucht.
Das Unternehmen, die Student Marketing Group (SMG) hat zunächst ein Non-Profit Forschungsunternehmen aufgebaut, um sich in das Vertrauen der Lehrer zu schleichen. Diese Organisation, das Educational Research Center of America (ERCA) belieferte seit 1999 Schulen in den USA mit Fragebögen, die von den Schülern auszufüllen waren.
Angeblich dienten die darin erhobenen Daten dem Zweck, den Universitäten, Colleges und Stiftungen eine Datenbasis zu liefern. Tatsächlich wurden die Daten aber an Marketing-Unternehmen verkauft, die den Jugendlichen dann Magazine, Musikvideos, Kreditkarten, Kleidung, Kosmetik und sogar Kredite andrehen wollten.
Insgesamt 14 Millionen Jugendliche wurden von dieser Datensammlung erreicht und lieferten Daten wie Namen, Adressen, Alter, Geschlecht, religiöse Ausrichtung, ethnischen Hintergrund, Durchschnittsnoten, berufliche Interessen, sportliche Betätigung und natürlich auch ihre Mail-Adressen.
Diese Daten wurden dann über einen Auftritt im WWW verkauft. Und die angegebenen Referenzen sind durchaus eindrucksvoll: AT&T, Chase Manhattan Bank, Citibank Mastercard und Visa, Mutual of Omaha Companies sowie der Reader's Digest.
Das Unternehmen wurde nun vom New Yorker Generalstaatsanwalt des Betrugs bezichtigt. Ein Verfahren wurde eingeleitet.