22.02.2000

Microsoft von NSA infiltriert?

Ein Bericht des französischen Verteidigungsministeriums warnt vor undurchschaubaren Zusammenhängen zwischen Microsoft und den US-Geheimdiensten.

"Steht Microsoft im Sold amerikanischer Geheimagenten?" überschreibt das französische Online-Magazin Internet-Professionnel einen aktuellen Beitrag, in dem schwere Vorwürfe gegen Microsoft erhoben werden.

Das Blatt stützt sich dabei wiederum auf einen Bericht des französischen Newsletters Intelligence Online, der sich nach eigenen Angaben im Besitz vertraulicher Informationen des französischen Verteidigungsministeriums befindet.

Es soll sich dabei um einen 100 Seiten starken Bericht des Ministeriums handeln: "Security of Information systems: Dependency and Vulnerability" ("Sicherheit von Informationssystemen: Abhängigkeiten und Verwundbarkeiten").

Der Bericht lokalisiert Fehler in der Software Microsofts, beschäftigt sich aber hauptsächlich mit einem allgemeinen Problem: Der mangelnden Transparenz der proprietären Software und dem daraus folgenden Risiko einer Kollusion (Verschleierung einer Straftat) durch amerikanische Geheimdienste.

Der Bericht geht weiterhin auf Gerüchte ein, die über Microsoft-Produkte kursieren. Die Rede ist von Hintertüren, Spionage-Programmen sowie Geheimdienstmitarbeitern, die angeblich bei Microsoft beschäftigt werden.

Schon die Entstehung Microsofts lässt nach Angaben des Berichts auf die Einwirkung der National Security Agency (NSA) schließen. Die NSA habe zuvor schon Druck auf IBM ausgeübt, MS-DOS zum Betriebssystem für PCs zu verwenden und danach möglicherweise sogar finanziell die Entstehung Microsofts gefördert.

All dies wird auch von dem Bericht nicht eindeutig bestätigt, doch die Autoren stellen die interessante Frage: "... was würden wir (Frankreich) tun, wenn wir derartige Möglichkeiten hätten?"

Ja, was würden sie wohl tun und was hat die US-Regierung bereits getan?

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