Kampagnen-Flop
Microsoft wollte der Öffentlichkeit "Switcher" präsentieren, die von Mac zu Windows wechselten. Das Ergebnis ist blamabel.
Auch Microsoft hat nun eine Kampagne gestartet, in der "Switcher" vorgestellt werden. Anwender also, die ihr früheres Betriebssystem gegen ein besseres eingetauscht haben. Im Fall der Microsoft-Kampagne heißt das bessere System Windows XP. Nur scheint die Kampagne nicht ganz so zu laufen, wie von Microsoft gewünscht.
Schon vor Monaten hat Apple mit seiner eigenen Switch-Kampagne begonnen. Viele Apple-Fans - teilweise auch aus der Blogger-Szene - haben sich gerne (und gegen Honorar) der Öffentlichkeit als Wechsler vorgestellt. Die Kampagne Microsofts kopierte dieses Werbeformat, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen. Der Switch der "Zeugen" bei Microsoft erfolgte von Mac zu Windows.
Peinlich nur, dass Slashdot.org kurz nach Veröffentlichung des ersten Switcher-Zeugenberichtes die Kampagne ins Visier nahm. Einer der Slashdot-Leser stellte fest, dass es sich bei dem Foto um ein "Stock Foto" von GettyImages.com handelt. Ein Foto also, das gegen eine Urheberrechtslizenz (ca. 50 Dollar) von jedermann übernommen werden kann.
AP ging dieser Entdeckung nach. Nach Darstellung der Agentur haben Microsoft-Verantwortliche mit blutrot angelaufenen Gesichtern den gemeinten "Zeugenbericht" umgehend entfernt. Er ist derzeit nur als Kopie aus dem Google-Cache aufzurufen.
Am Wahrheitsgehalt des Zeugenberichtes darf nach Angaben von Microsoft dennoch nicht gezweifelt werden. Auch wenn sich eine Mitarbeiterin der von Microsoft beauftragten PR-Agentur inzwischen als mysteriöse Zeugin geoutet hat.
Dies allerdings nur gegenüber AP, nachdem die Journalisten der Nachrichtenagentur auf ihren Namen im Zusammenhang mit dem Zeugenbericht stießen. Dieser tauchte in den Dokumenteigenschaften eines Bewerbungsformulars für andere Switcher neben dem Namen der Agentur auf.
Die Kampagne Microsofts dürfte nach diesen peinlichen Enthüllungen erst einmal auf Eis gelegt werden. Vielleicht wird man in den nächsten Tagen aber noch mehr Veränderungen bei Microsoft feststellen.
Die Slashdot-Leser haben sich jedenfalls jetzt auf dieses Ziel eingeschossen und dabei schon einige weitere Bilder gefunden, die dem Archiv der GettyImages entnommen wurden.
Ein Beispiel ist dabei besonders peinlich. Unter der Überschrift "Productivity & Creativity" wird ein Vater gezeigt, der seiner Tochter am Computer hilft. Warum das besonders peinlich ist? Die Apple-Fans bei Slashdot erkennen in dem Bild einen Macintosh-Rechner.