06.12.2002

Russland - rechtsfreie Zone

Nach Einschätzung eines russischen Polizisten entwickelt sich sein Land zur Hochburg für den Handel mit Kinderpornographie.

Der Moskauer Polizeibeamte Dmitri Chepchugov, Leiter der Abteilung für Computer-Kriminalität, warnt in einer AFP-Meldung, dass sich sein Land zur Hauptquelle für Kinderpornographie im Internet entwickle. Er macht die ungenügende gesetzliche Situation dafür verantwortlich.

Nach Angaben von Chepchugov profitieren kriminelle Gruppen aus dem Ausland davon, dass es in Russland kein ausdrückliches Gesetz gegen Kinderpornographie gibt. Nach den derzeit geltenden Gesetzen müsste ein Täter schlimmstenfalls mit einer Haftstrafe von zwei Jahren rechnen.

Er untermauert seine Angaben mit Zahlen. Seine Abteilung habe bisher 3.000 Sites entdeckt, auf denen Kinderpornographie zu finden war. Aber weniger als ein Prozent dieser "Inhalte" sei in Russland entstanden. Eine Erklärung, wie das festgestellt wurde, bleibt er allerdings schuldig.

Aber nicht nur das Fehlen von Gesetzen ist für die Situation verantwortlich. Korruption auch "auf höchster Ebene" sorgt für den Schutz den Täter. Seine Abteilung werde oft von hochrangigen Personen aufgefordert, die Augen zu schließen.

Die weiteren Angaben lassen darauf schließen, dass die Produktion solcher Materialien auch in seinem Land erfolgt. Denn die Korruption schützt nach seinen Worten auch die Produzenten. Wer diese sind, weiß er übrigens auch. Es handelt sich um Personen, die mit dem so verdienten Geld Extremisten und Terroristen unterstützen.

Die Opfer würden dabei immer jünger. Die untere Altersgrenze liege inzwischen bei zwei bis drei Jahren. Und die Pornos, die von seinem Land aus verbreitet werden, haben sich nach seiner Erfahrung im letzten Jahr qualitativ verändert. Sie zeigen mehr explizite und gewaltsamere Szenen.

zum Seitenanfang