25.08.2003

BBC gibt Archive frei

Die BBC will ihre Hörfunk- und Fernseh-Archive via Internet kostenlos zugänglich machen.

Greg Dyke, Generaldirektor der BBC, hat gestern eine kleine Sensation angekündigt: Das Hörfunk- und Fernseh-Archiv der BBC soll via Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die kostenlose Nutzung dieser Archive wäre sicher zu begrüßen, denn die BBC ist für die Qualität ihrer Programme bekannt. Doch genauere Angaben, wann und wie die staatliche Sendeanstalt die "zweite Phase" ihrer Strategie der digitalen Entwicklung beginnen wird, werden nicht gemacht.

Vermutlich ist die Ankündigung des BBC-Chefs im Zusammenhang mit den weiteren aktuellen Vorgängen und Debatten zu sehen. Nicht erst die wenig regierungsopportune Berichterstattung über den Kriegseintritt Großbritanniens hat die Diskussionen um die Zukunft der BBC wieder aufleben lassen.

Das Pendant zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk Deutschlands befindet sich ebenfalls in einer schwierigen Lager. Private Medienanbieter sehen sich hier wie dort durch die von den Bürgern finanzierten Medien im Wettbewerb behindert. Die von Werbeinnahmen abhängigen Medien kritisieren, dass die ohne Geldprobleme agierenden Anstalten über Gebühr als Konkurrenten auftreten.

Das gilt auch und gerade für die Internet-Aktivitäten der Anstalten. In Deutschland wie in Großbritannien versuchen die nicht-privaten Sendeanstalten das Internet in ihren Programmauftrag zu integrieren. Und hier wie dort reagiert das Lager der privaten Medien sehr kritisch auf diese Vorhaben.

Die Ankündigung der BBC, nun alle Archive zu öffnen, dürfte diesen Konflikt weiter schüren. Doch bleibt abzuwarten, wie diese Ankündigung tatsächlich umgesetzt wird. Mit einer Freigabe beispielsweise von Unterhaltungsfilmen oder Musikstücken ist kaum zu rechnen. Zumindest dann nicht, wenn die Rechte hierfür nicht bei der BBC liegen.

Dann müsste die BBC mit beispielsweise den Filmstudios über eine Freigabe ihrer Filme verhandeln. Im unwahrscheinlichen Fall, dass die Filmindustrie einem solchen Vorhaben zustimmt, müsste die BBC mit zusätzlichen Lizenzzahlungen rechnen. Und das wiederum würde ihre Position bei den aktuellen Verhandlungen mit der Regierung kaum stärken.

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