Mozilla-Verzeichnis aufgewertet
Wider Erwarten gestaltet sich die Übernahme des Open Directory bei Google als Gewinn. Grund: Die Ergebnisse werden nach ihrer Link-Relevanz geordnet.
Vor knapp drei Wochen berichteten wir darüber, dass die Suchmaschine Google das Open Directory Project (DMoz, Directory Mozilla) integrieren wird. Was damals noch nicht klar war und was nun Danny Sullivan in seinem neuesten Search Engine Watch-Newsletter beschreibt: Das Mozilla-Verzeichnis wird mit der Google-Technik kombiniert und dadurch eindeutig aufgewertet!
Google unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von anderen Suchmaschinen: Die Suchergebnisse erscheinen dort in der Reihenfolge ihrer Popularität (bzw. "Visibility"). Je mehr Links auf eine bestimmte Site, beziehungsweise ein bestimmtes Dokument gerichtet sind, um so höher steigt es in der Reihenfolge der Ergebnisse nach oben.
Diese Funktion der Suchmaschine wurde nun auf das offene Verzeichnis übertragen und scheint sich dort fast noch besser zu bewähren als bei der Suchmaschine selbst.
Der große Vorteil ist, dass nun die Einträge im Verzeichnis nicht mehr entsprechend der Reihenfolge im Alphabet geordnet werden, und dass auch die mehr oder weniger subjektiven Empfehlungen der Editoren nun hinfällig sind.
Beim Google Open Directory entscheiden vielmehr die Betreiber von Sites im WWW, wie weit nach oben ein bestimmtes Angebot rücken kann. Denn bei diesem PageRank-Verfahren wird berücksichtigt, wie viele Links externer Sites auf ein bestimmtes Informationsangebot gerichtet sind.
Aber nicht nur die Zahl der Links zählt, sondern auch die Qualität/Popularität der linkenden Sites. Ein Link von einer Site, auf die ebenfalls viele Links gerichtet sind, wird höher bewertet als ein Link von einer praktisch unbekannten Site.
So werden bezüglich der Visibilty (etwa "Sichtbarkeit") bessere Aussagen getroffen als bei einem bloßen Vergleich der Zahl der Links über die Suchmaschine AltaVista oder dem beim Visibility Index angewandten Verfahren.
Wie sich das auswirkt, zeigt sich beispielsweise bei einem Vergleich zwischen PC-Welt und Internet Intern. Bei der zeitgleichen Messung der Zahl Links auf beide Sites bei AltaVista ergeben sich für die PC-Welt 1.979 Links, für Internet Intern dagegen nur 1.568.
Eigentlich müsste man daher annehmen, dass die PC-Welt auch bei Google einen höheren Platz belegt. Doch das ist nicht der Fall: Internet Intern landet auf Platz 6, die PC-Welt dagegen auf Platz 9.
Man sollte an dieser Stelle aber auch erwähnen, dass die Reihenfolge der Links bei Google nicht nur durch die Zahl und Qualität der Links bestimmt wird.
So macht es ein nicht näher beschriebener "Ranking-Faktor" möglich, dass Google auf der Seite der deutschen Suchmaschinen an erster Stelle genannt wird, noch vor Excite, Infoseek, Fireball und AltaVista. Schade, dass Google diesen Faktor nicht näher erklärt.