Microsoft behindert Suche nach Linux?
Ein britisches Magazin hat den "wahren" Grund für die angeblichen Übernahme-Gelüste Microsofts gefunden: Google liefert zu viele Ergebnisse bei der Suche nach "Linux".
Der "Inquirer" veröffentlicht ein neues Gerücht zum Thema "Google-Übernahme durch Microsoft". Laut dieser Darstellung will Microsoft Google kaufen, um so die Suche nach Linux-Informationen zu behindern.
Die Behauptung stützt sich auf einen einfachen Test. Sucht man bei Google nach "Linux Windows", so erhält man mehrere Millionen Ergebnisse. Gibt man die gleichen Suchbegriffe bei der Suche unter msn.com ein, so erhält man nur 16 Ergebnisse. Für den Inquirer ein klarer Beleg, dass Microsoft die Suchergebnisse des Partners Looksmart zu ungunsten von Linux-Informationen verfälscht.
Auf diese Beobachtung stützt sich nun die gesamte Theorie des Autors über eine beabsichtigte Übernahme Googles durch Microsoft. Der Autor lässt allerdings einige wichtige Dinge unberücksichtigt.
Das betrifft in erster Linie die unterschiedliche Darstellung der Ergebnisse. Denn auch bei der MSN-Suche werden Millionen Treffer erzielt. Das zeigt sich beim Aufruf der zweiten Ergebnisseite unter msn.com. Dort findet man den Hinweis, dass fast 9 Millionen Ergebnisse vorliegen. Ein "Bias", ein systematischer Fehler, ist also höchstens hinsichtlich der Präsentation der Ergebnisse nachzuweisen.
Doch der Autor übersieht noch etwas viel Wichtigeres: Es entspricht nicht der Philosophie Microsofts, einen gut positionierten Wettbewerber zu übernehmen. Ein typisches Verhalten des Monopolisten wäre es vielmehr, ein eigenes Produkt zu entwickeln und dieses eng mit dem Betriebssystem zu koppeln.
Das scheint auch Google erkannt zu haben, denn wie sonst ist beispielsweise der vor wenigen Tagen erschienene Google Deskbar zu erklären? Der Deskbar bettet die Suchmaske Googles in der Windows Taskbar ein. Eine Funktion, für die sicherlich keine überwältigende Nachfrage bei den Anwendern besteht. Doch es kann aus Sicht Googles nicht schaden, eine solche Funktion auf dem Markt eingeführt zu haben, bevor Microsoft das Gleiche auf dem Umweg über sein Betriebssystem tut.
Was ansonsten die Eigentumsverhältnisse Googles angeht, so könnte sich Microsoft sicherlich ein gelungeneres Szenario vorstellen, als den in mehrfacher Hinsicht riskanten Kauf. Wahres Glück hatte Microsoft beispielsweise, als AOL den damals noch marktbeherrschenden Konkurrenten Netscape übernahm.
Der damalige "Erzfeind" und heutige Partner AOL tat sein Bestes, die Marktanteile Netscapes schwinden zu lassen. Vielleicht hat Microsoft ja Glück und der Börsengang Googles wird sich ähnlich vorteilhaft entwickeln.