15.03.2004

Polizei warnt vor Werbeabzocke

Die Polizei Bochum warnt vor den Aktivitäten eines Verlags, der der Polizei eigentlich nahestehen sollte.

Die Bochumer Polizei warnt vor den Aktivitäten einiger Organisationen, die der Polizei eigentlich sehr nahe stehen sollten. Unternehmen wird bei der Anbahnung von Werbeaufträgen suggeriert, das Angebot erfolge in Kooperation mit einer Polizei-Gewerkschaft.

Es geht dabei offenbar um die Schriftenreihe "Sicherheit Heute". Anzeigenkunden dieser Schriftenreihe werden über die (gemeinnützige) Stiftung "Blickkontakt" geworben, die wiederum in Verbindung zu einer "Bundesvereinigung der Polizei-Basis-Gewerkschaften" steht.

Nun geht die Polizei Bochum aber davon aus, dass der Begriff "Polizei" oftmals schamlos für Werbezwecke ausgenutzt wird. In diesem Zusammenhang weist sie auf die Aktivitätet der Werber der oben genannten Stiftung hin, die angeblich "im Auftrag der Polizeigewerkschaft anrufen".

In einem konkreten Fall wurde ein Geschäftsmann aus Herne dazu aufgefordert, sich an der Finanzierung eines Faltblattes gegen Kindesmißhandlung und Internet-Kinderpornographie zu beteiligen. "Dem Geschäftsmann wurde nach Zusendung der Geschäftsbedingungen suggeriert, dass die Polizei in Form der Bundesvereinigung der Polizei-Basis-Gewerkschaft für Anzeigen wirbt".

Die Kooperation zwischen Verlag, Vermarkter und Gewerkschaft ist besonders aus einem Grund fatal: Die geworbenen Werbekunden werden im Kleingedruckten zu einem längerfristigen Engagement verpflichtet, als sie nach den vorherigen Gesprächen annehmen müssten.

So ging der Geschäftsmann aus Herne wohl davon aus, dass er einmal 148 Euro für die Finanzierung eines Faltblatts zu zahlen hat. Wie die Polizei Bochum aber weiter angibt, ist in den Geschäftsbedingungen zu lesen, "dass nach der Schaltung der Anzeige eine schriftliche Kündigung ausgesprochen werden muss. Ansonsten wird eine Verpflichtung für weitere 12 oder 18 Monate eingegangen".

Das scheint kein Einzelfall, denn auch ein anderer Kunde, der in der "Sicherheit heute" werben wollte, sollte laut Kleingedrucktem gleich für 18 Einzelausgaben eines Regionalgebietes zahlen. Und zwar jeweils 198 Euro.

Die Bochumer Polizei distanziert sich daher deutlich von diesen Aktivitäten und fordert dazu auf, im Zweifelsfall lieber selbst die Polizei anzurufen.

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