Bezahlte Links bei Fark?
Fark.com ist sicher einigen Lesern ein Begriff. Vor allem jenen, die ihren Internet-Zugang nicht nur zum Arbeiten benutzen. Doch Fark könnte nun zum Auslöser für eine eigentlich schon überfällige Diskussion zum Thema "Verquickung von Content und Werbung" werden.
Das von Drew Curtis gestartete und heute noch unterhaltene Informationsangebot kann - wie beispielsweise auch Slashdot - zu den Ur-Blogs gezählt werden. Eine eigentliche redaktionelle Auseinandersetzung mit dem dem Thema findet dort nicht statt.
Stattdessen liefern Fark und Slashdot Links zu Nachrichten, Kuriositäten oder anderen Informationen, die beim Publikum erwartbar auf Ablehnung oder auch auf starke Zustimmung stoßen. Es sind Community Blogs, deren Publikum sich an weitgehend gemeinsamen Werten orientiert. Slashdot beschränkt sich dabei inhaltlich auf Themen aus dem IT- und Technik-Umfeld .
Das Spektrum bei Fark aber reicht weiter. Es umfasst so ziemlich das gesamte Informationsangebot, das man von einem Boulevard-Magazin für Computer-Freaks erwarten würde. Von skurrilen News über geniale Flash-Installationen bis hin zum Link auf Porno-Sites ist alles dabei.
Die News werden dabei auch publikumsgerecht angetextet. Wird beispielsweise die Nachricht verlinkt, dass bei der Polizei in Memphis "Drogen im Wert von fast 3 Millionen Dollar, darunter 559 Pfund Marihuana" verschwunden sind, dann heißt es bei Fark: "Wie in anderen Meldungen berichtet wird, läuft das Geschäft der Donut-Shops in Memphis glänzend".
Doch wie jetzt bekannt wird, werden nicht alle der dort zu findenden Links von der Fark-Redaktion gefunden und von dem oder den Betreibern redaktionell bearbeitet. Ein Fark-Leser, der zum Dank für die tägliche Unterhaltung Werbung schalten wollte, erhielt ein eindeutig zweideutiges Angebot. Für 300 bis 400 Dollar könne er den Link und den Text bei Fark frei gestalten. Darüber empört, veröffentlichte er seine Erfahrungen in seinem eigenen Blog.
Die Reaktionen darauf sind nun höchst unterschiedlich. Einige Fark-Leser halten das Ganze für einen Skandal, einigen andere wiederum argumentieren, dass hier zu hohe Ansprüche gestellt werden. Unter Fark selbst wird zunächst auf den Blog-Eintrag verwiesen, doch der Link verschwindet kurze Zeit darauf. Drew Curtis wiederum antwortet mit einem eigenen Posting im Blog des Fast-Kunden. Darin weicht er den Angaben des Bloggers Jason Calacanis teilweise aus, teilweise widerspricht er ihm. Doch der wiederholt seine zuvor aufgestellten Behauptungen.
Wie auch immer es sich nun wirklich verhalten hat, ist aus der Ferne kaum zu beurteilen. Klar scheint jedoch, dass mit Blogs oder blog-ähnlichen Gebilden wie Fark, Slashdot, boingboing.com und anderen Publikumsmagneten ein neues Werbemedium entsteht beziehungsweise entstanden ist.
Und da hier der redaktionelle Anteil denkbar gering ist, wird auch die Frage nach der Abtrennung zu Inhalten mit wirtschaftlichem Interessen (d.h. Werbung) zu klären sein. Denn die "großen Blogs" scheinen eine Nachfrage des Publikums decken zu können. Doch auch sie haben ganz sicher Interessen an einer Refinanzierung. Zumindest in diesem Punkt unterscheiden sie sich in keinster Weise von klassischen Medien.