Werbung im Text
Forbes.com hat nach Angaben der Direct Marketers News testweise mit der Übernahme von Intellitxt-Werbung begonnen. Dabei werden Werbe-Links in den redaktionellen Text eingebettet.
IntelliTXT kann als neuer Versuch der Werbebranche bezeichnet werden, die Grenzen zwischen redaktionellem Inhalt und Werbung zu verwischen. Werbekunden können bei Intellitxt Stichworte buchen. Die Intellitxt-Werbepartner wiederum stellen ihre Inhalte zur Verfügung, die dann nach diesen Stichworten durchsucht werden.
Taucht ein gebuchtes Stichwort im Text auf, so wird der HTML-Code an dieser Stelle ersetzt. Benutzer des Internet Explorer (ab Version 5.0) sehen dann das betreffende Wort doppelt unterstrichen. Damit unterscheiden sich Intellitxt-Links von herkömmlichen Links. Fährt der Besucher dann mit der Maus über den Link, so öffnet sich ein "Tool Tip" (bzw. "Caption Box"). Darin wiederum wird neben einer kurzen werblichen Information ein Link zum Werbekunden angeboten. Benutzer anderer Browser sehen dagegen nur das Wort ohne weitere Merkmale.
Das Intellitxt-Verfahren wurde von Vibrant Media bereits im April dieses Jahres eingeführt und wird von etwa 150 Mediendiensten eingesetzt. Dabei handelt es sich aber meist um eher kleine, thematisch stark eingeengte Publikationen. Forbes.com ist nun das erste Mainstream-Medium, das diese Werbeform setzt. Und es ist auch das erste Medium, das dieses Verfahren in die aktuelle Berichterstattung einbettet.
Der Verlauf des Experimentes wird vermutlich von vielen US-Medien genau beobachtet. Was den wirtschaftlichen Erfolg angeht, so scheint sich schon jetzt für Forbes abzuzeichnen, dass Intellitxt bessere Ergebnisse erzielt als Google Adsense-Anzeigen, die Forbes ebenfalls benutzt.
Was die Reaktionen der Leser angeht, liegen dagegen noch keine Angaben vor. Forbes verzichtet auf jeden (warnenden) Hinweis, die neue Werbeform betreffend. Man will abwarten, ob Intellitxt zu negativen Reaktionen wie beispielsweise dem Verlust der Glaubwürdigkeit führt.
Vollkommen unklar ist, ob die Schreiber des Magazins durch diese Werbung beeinflusst werden. Kritiker warnen davor, dass die Journalisten bei ihrer Arbeit bewusst oder unbewusst berücksichtigen könnten. Sie könnten entweder gezielt bestimmte Begriffe bei ihrer Arbeit verwenden, oder auch auf sie verzichten.