Studie: Kinder als Opfer
Eine neue Studie aus den USA lässt Schlimmes ahnen: Ein Fünftel der befragten Kinder gibt an, im Internet schon einmal sexuell belästigt worden zu sein.
Erst vor wenigen Tagen hatten die Marktforscher von Grunwald Associates das Ergebnis einer Studie veröffentlicht, wonach in den USA mittlerweile 25 Millionen der 2 (!) bis 17jährigen das Internet nutzen. Das entspricht einer Verdreifachung seit dem Jahr 1997.
Doch dieses Ergebnis, das die weite Verbreitung des Internet in den USA belegt und auch den Erfolg schulischer Maßnahmen dokumentiert, bekommt bei der Gegenüberstellung mit einem weiteren Forschungsergebnis eine eher beängstigende Aussagekraft. Es geht dabei um eine Studie des Crimes Against Children Research Center (CCRC) der University of New Hampshire.
Die Wissenschaftler in New Hampshire haben in ihrer Studie den Nachweis erbracht, dass jedes fünfte der von ihnen untersuchten Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren bereits mindestens einmal online zu unerwünschten sexuellen Aktivitäten überredet werden sollte.
In wiederum 15 Prozent dieser Fälle traten die Bedränger direkt mit ihren Opfern in Verbindung, verfolgten sie per Mail oder sogar telefonisch. Es kam zwar in keinem einzigen Fall der insgesamt 1.500 Befragten tatsächlich zu einem tätlichen Übergriff. Doch in etwa einem Viertel der Fälle berichteten die Kinder und Jugendlichen über starke Angstzustände.
Wirklich traurig an dieser Situation ist aber nicht nur das Ausmaß der Kriminalität, auf das die Studie schließen lässt.
Noch viel jämmerlicher ist die Hilflosigkeit betroffenen Kinder und ihrer Eltern, welche sich in den weiteren Ergebnissen zeigt: Nur 17 Prozent der Kinder und gerade einmal 10 Prozent ihrer Eltern konnten auch nur eine einzige staatliche Autorität oder sonstige Stelle nennen, die sie in solchen Fällen sexueller Belästigung ansprechen könnten.