10.02.2005

43 Geheimnisse?

Amazon.com investiert in das Start-Up-Unternehmen 43 Things, doch dieses Investment macht Salon.com misstrauisch.

Bei 43 Things handelt es sich um ein weiteres, Blog-ähnliches Community-Angebot, bei dem die Teilnehmer bis zu 43 eigene Ziele definieren können. Diese persönlichen Ziele werden durch "Tags" - klingt moderner als "Stichworte" - erschlossen, wobei wiederum Personen mit gleichen Wünschen zusammengeführt werden. Unter dem Tag "Internet" finden sich beispielsweise 60 verschiedene Wünsche, wobei diese Wünsche so unterschiedlich sind wie "ich wünsche mir ein GMail-Konto" oder "ich möchte gerne weniger Zeit im Internet vertrödeln und lieber produktiv arbeiten".

Ein Investment in ein solches Community-Projekt würde wahrscheinlich nur wenig interessieren, hätte eine Autorin von Salon.com bei ihren Recherchen nicht festgestellt, dass es sich keineswegs um ein normales Start-Up handelt. Vielmehr scheint 43 Things eine durch Amazon-Mittel finanzierte und von ehemaligen Amazon-Mitarbeitern bewältigte Firmengründung zu sein. Die Verantwortlichen bei 43 Things bestreiten dies zwar, aber von Amazon wird die Behauptung weitgehend bestätigt.

Das lässt die Autorin Unrat wittern und sie schließt nicht aus, dass Amazon sich hier eine Informationsquelle erschließen will, um so die intimsten Wünsche der Verbraucher aus ihrer eigenen Tastatur zu erfahren. Sie flüstern diese Wünsche gewissermaßen ohne es zu wissen direkt ins Ohr des größten Online-Händlers.

Ob das allerdings wirklich zutrifft, ist eine andere Frage. Informationen über Investitionen werden häufiger zurückhaltend beantwortet. Und was das unwissentliche Einflüstern von Wünschen angeht, so entwickelt Business Week dazu eine etwas abgeklärtere Position: Wenn die Nutzer wüssten, dass Amazon hinter 43 Things steht, dann würden sie wahrscheinlich sogar noch lieber ihre Wünsche äußern. Immerhin handelt es sich um ein Unternehmen, dem die meisten von ihnen auch schon ihre Kreditkartennummer anvertraut haben.



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