Neue Klage gegen Google
Google wird in einem weiteren Verfahren mit dem Vorwurf konfrontiert, zu wenig gegen Klickbetrug zu unternehmen.
Bereits im Februar war im US-Bundesstaat Arkansas Klage gegen Google erhoben worden. Dort hatte ein Versand für Geschenke und Sammelartikel nicht nur behauptet, die beklagten Suchmaschinen ließen Klickbetrüger gewähren. Behauptet wurde auch, die Suchmaschinen verlangten zu hohe Preise und es gebe Preisabsprachen zwischen diesen Unternehmen. In dem Verfahren wurden neben Google auch Yahoo, Ask Jeeves, AOL (Time Warner), Walt Disney, Lycos Look Smart und FindWhat als Beklagte genannt.
Das neue Verfahren dagegen richtet sich nur gegen Google. Bei dem Kläger handelt es sich auch nicht um ein geschädigtes Unternehmen, sondern vielmehr um eine Firma, die im Grunde genommen vom Klickbetrug beziehungsweise von der Angst der Werbetreibenden profitiert. Denn "Click Defense" bietet den Auftraggebern ein "Tracking System" und Analysen an, um Klickbetrügern auf die Spur zu kommen. Der von dem Unternehmen beklagte Verlust in Höhe von 10 Millionen Dollar, für den Google nun aufkommen soll, ist also vermutlich den Kunden von Click Defense entstanden.
In dieser Konstellation drängt sich zwangsläufig der Verdacht auf, dass die Klage nicht nur dem genannten Zweck dient, sondern dem Unternehmen auch Öffentlichkeit verschaffen soll. Dieser Eindruck wird noch durch den Umstand verstärkt, dass dieses Verfahren als Sammelklage angelegt wurde. Denn damit tritt die neue Klage gewissermaßen in Konkurrenz zu dem ebenfalls als Sammelklage angelegten Verfahren in Arkansas. Diesem Verfahren hätte sich Click Defense - nach Einschätzung der Kläger dort - anschließen können, auch wenn sich das Unternehmen nur durch Google geschädigt sieht.
Doch auch wenn dieses Motiv eine Rolle spielen sollte: Der Vorwurf der Billigung des Klickbetrugs bleibt. Und dieser Vorwurf - ob nun berechtigt oder nicht - schadet den Suchmaschinen allgemein. Und da Google einen besonders großen Teil des Werbekuchens für sich beansprucht, schadet der Vorwurf Google auch besonders.
Dabei ist schwierig, sich ohne Kenntnis unternehmensinterner Informationen ein Bild vom Ausmaß des Problems zu machen. Click Defense behauptet beispielsweise, dass jeder fünfte Klick betrügerisch sei. Andere haben in der Vergangenheit beispielsweise behauptet, betrügerische Organisationen würden für ihre Zwecke "Mietklicker" in Indien beauftragen. Ein Vorwurf, dem gerade Google entschieden widerspricht. Doch es geht hier um ein Milliardengeschäft, in dem etliche Suchmaschinen und andere Wettbewerber gegeneinander antreten. Da ist es oft schwer, zwischen Dichtung und Wahrheit zu unterscheiden.