Google Desktop 2 Beta
Google bietet seit heute eine neue Ausgabe seiner Desktop-Suche als Beta-Version an. Einige neue Funktionen werden bereits als "Angriff" auf Microsoft interpretiert.
Die wesentlichste Neuerung von Google Desktop 2 (Beta) dürfte in dem neuen "Sidebar" sowie in der Funktion "Quick Find" zu sehen sein. Wobei gerade diese letztgenannte Funktion in der US-Berichterstattung als Übergriff auf Microsoft-Territorium verstanden wird. Denn Quick Find kann dazu dienen, die von Windows unter "Start" angebotenen Funktionen zu umgehen. Schon die Eingabe von "W" im Suchschlitz des Sidebar führt beispielsweise zu einer Liste von Anwendungen (z.B. Word) oder zuletzt genutzten Dateien, die mit diesem Buchstaben beginnen.
Ob das alleine im Sinne eines Angriffs auf Microsoft als großer Wurf anzusehen ist, sei dahingestellt. Doch es ist unübersehbar, dass Google mit der neuen Desktop-Suche beabsichtigt, die Kontrolle über wesentliche Bereiche der Computer-Nutzung zu übernehmen. Sei es die Mail-, Nachrichten-, Web-, oder sogar die iTunes-Nutzung.
Das beginnt schon damit, dass der Sidebar nun auch die letzten eingegangenen Mails in Kurzform präsentiert. Wobei es schon etwas fragwürdig ist, wenn hier auch bei der Nutzung von Thunderbird die ausgefilterten Spam-Mails in die Übersicht geraten. Doch das hat vielleicht mit der sehr starken Orientierung an Microsoft-Produkten wie Outlook oder dem Explorer zu tun. Nutzer anderer Browser oder Mail-Klienten dürften jedenfalls nicht vorbehaltlos mit dem neuen Sidebar glücklich werden.
Das ist schade, denn die neue Desktop-Suche plus Sidebar bietet ansonsten einige interessante Möglichkeiten. Das im Sidebar integrierte "Scratchpad" für schnelle Notizen ist beispielsweise sehr praktisch. Praktisch ist auch die ToDo-Liste, die als Erweiterung zum Sidebar erhältlich ist. Ein Blick in die Liste der verfügbaren Erweiterungen scheint ohnehin empfehlenswert, wenn man die Sidebar-Funktionen der Desktop-Suche in Anspruch nehmen möchte.
Ob das allerdings insgesamt sinnvoll ist, liegt wohl im Auge des Betrachters. Die erweiterte Desktop-Suche beinhaltet zwar eine ganze Reihe nützlicher oder zumindest hübscher Features, die hier teilweise noch gar nicht erwähnt wurden (z.B. automatisierte RSS-Nutzung). Doch gerade die Vielzahl dieser Funktionen und Gimmicks dürfte einige Anwender vielleicht eher abschrecken als begeistern.