02.09.2005

Kurz notiert 02.09.05

- ROMSO Nachrichtensuche
- Foxie
- Schutz vor Vergewaltigung?

Eine neue Suchmaschine für Nachrichten, vorgestellt von Thorsten Blancke und Martin Gutschke, zeigt mehrere interessante Ansätze. Das betrifft beispielsweise die Nachrichtenlandkarte, mit der Romso.de den Besucher empfängt, auch wenn der Nutzen dieser Darstellung vielleicht eher gering ist. Für die Analyse der deutschsprachigen Berichterstattung schon wichtiger ist die zusätzliche Darstellung einer Zeitleiste bei den Ergebnissen. Hier lässt sich etwa am Beispiel "Holger Pfahls" zeigen, dass Themen in den Medien regelrecht Karriere machen. Ebenfalls interessant ist die Medienchart DAX-30. Dieser Graphik lässt sich entnehmen, wie häufig ein bestimmtes Unternehmen aus den Top-30 des DAX in der Medienberichterstattung erscheint. Einige andere Features der Suchmaschine sind zwar weniger augenfällig, aber dennoch interessant. So bietet ROMSO auch eine satzbasierte Suche, bei der man den Suchbegriff in eckige Klammern stellen muss. Das hat - um am Beispiel "Pfahls" zu bleiben - den Vorteil, dass eine Suche nach "Pfahls Holger" beispielsweise auch Texte gefunden werden, die die Phrase "Holger Pfahls" enthalten oder den vollen Namen "Holger-Ludwig Pfahls". Ein klarer Vorteil gegenüber der Phrasen-Suche ("xy"), die diese Ergebnisse ignorieren würde.


Foxie ist eine Browser-Erweiterung, die vermutlich eine eher begrenzte Zielgruppe anspricht: Personen, die ihren Internet Explorer (IE) um Firefox-Fähigkeiten erweitern möchten. Foxie (Fox + IE) beinhaltet beispielsweise AdBlock, um Werbeeinblendungen zu blockieren. Tabbed Browsing mit dem IE ist Dank Foxie ebenfalls möglich. Doch trotz dieser und anderer Vorteile stellt sich die Frage, warum man eine funktionierende Explorer-Installation derart erweitern sollte, wenn es viel einfacher ist, Firefox direkt zu installieren.



Fundstück: Eine Erfinderin aus Südafrika hat in dieser Woche eine neue Sicherheitslösung vorgestellt, die es Frauen leichter machen soll, sich vor Vergewaltigung zu schützen. Es handelt sich um eine Art Kondom, der wie ein Tampon getragen wird. Der "Rapex" besteht aus Latex und mehreren Reihen scharfer Spitzen, die sich nur operativ vom Penis des Angreifers entfernen lassen. Das soll dem Opfer Zeit zur Flucht geben, da der Angreifer "zu diesem Zeitpunkt zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist". Da der Täter anschließend ein Krankenhaus aufsuchen muss, soll auch seine Identifizierung leichter fallen. Soweit die Theorie. Den Praxistest scheint Rapex noch nicht bestanden zu haben. Und Kritiker befürchten, dass ein solches "Gerät" den Angreifer nur noch aggressiver macht und somit das Opfer noch mehr gefährdet. Das Argument, Rapex sei "barbarisch", will die Erfinderin aber nicht gelten lassen. Dieses Attribut sollte man ihrer Ansicht nach auf die Tat anwenden und nicht auf ihre Schutzmaßnahme.

Anti-rape condom unveiled (smh.com.au)




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