Autoren klagen gegen 'Google Print'
Der Streit um die Digitalisierung der Buchwelt durch Google weitet sich aus. Nun kündigt auch die "Author's Guild" eine Sammelklage gegen die Suchmaschine an, ein Verband von über 8.000 Schriftstellern aus den USA.
Gegenstand der Klage ist die "massive Urheberrechtsverletzung", die Google mit der unerlaubten Digitalisierung von Büchern im Rahmen seines Bibliotheken-Programms beabsichtigt. Diese digitalisierten Bücher sollen im Rahmen von "Google Print" durchsuchbar gemacht werden.
Wobei Google es nicht beabsichtigt, diese digitalisierten Bücher in vollem Umfang und kostenlos zugänglich zu machen. In der heutigen Fassung von Google Print (Beta) wird als Ergebnis einer Suche ein Scan der jeweiligen Fundstelle gezeigt sowie (teilweise) die Seite zuvor und danach. Zusätzlich ist es möglich, das Inhaltsverzeichnis einzusehen, ein "Chapter Excerpt" - üblicherweise die ersten Seiten des Werks - sowie ein Schlagwortverzeichnis, falls vorhanden. Im Streit mit den Verlagen soll Google nach AP-Informationen sogar das Angebot gemacht haben, die Fundstellen der Suche optional auf wenige Sätze sowie auf bibliographische Informationen zu reduzieren.
Ansonsten werden bei den Suchergebnissen selbstverständlich auch Möglichkeiten zum Kauf des Werkes verlinkt. Inwiefern Google von diesen Links finanziell profitiert, ist nicht bekannt. Doch diese Verkaufs fördernden Maßnahmen haben bisher nicht genügt, die Verleger zur Teilnahme zu bewegen. Und da sich nun auch der Autorenverband gegen das Projekt wendet, wird die Zukunft von Google Print nochmals stärker gefährdet.
Allerdings muss man auch bedenken, dass die Verhandlungen zwischen Google und den Verlagen sich derzeit in der heißen Phase befinden. Mitte August hatte die Suchmaschine den Verlegern eine Art Ultimatum gestellt: Bis November sollen sie Google entweder eine Liste der Bücher zukommen lassen, die sie gerne im Index von Google Print sehen möchten, oder sie sollen eine Negativ-Liste der Werke erstellen, die sie nicht aufgenommen sehen möchten.
Das heißt im Klartext, die Suchmaschine lässt den Verlagen die Wahl, sich hinsichtlich der Teilnahme an Google Print für ein Opt-In oder ein Opt-Out zu entscheiden. Wobei auf diese Art und Weise wohl in erster Linie versucht werden soll, die geschlossene Ablehnung durch die Verlage zu durchbrechen und so viele Verlage wie möglich dazu zu bringen, sich an Google Print zu beteiligen.
Die jetzt von der Autoren-Gilde eingeleitete Sammelklage muss - auch zeitlich - in diesem Zusammenhang gesehen werden. Man will wohl auf diesem Weg zu verstehen geben, dass im Fall einer Teilnahme durch die Verlage auch die Rechte der Autoren gewahrt bleiben müssen. Diese treten zwar üblicherweise ihre Rechte an die Verlage ab. Dies allerdings nur zum Zweck einer Veröffentlichung in Buchform. Für eine
Daher wird nun - gewissermaßen exemplarisch - eine Klage von drei renommierten Buchautoren durch die Gilde unterstützt. Die Klage ist dabei zwar optional als Sammelklage angelegt, doch ein Aufruf an die weiteren Mitglieder der Gilde erfolgt nicht ausdrücklich. Wohl auch, weil bisher noch lange nicht alle Werke der an Google Print beteiligten Bibliotheken eingescannt wurden. Auch hinsichtlich der drei klagenden Autoren muss gesagt werden, dass bisher nur ein Werk von Herbert Mitgang in Google Print zu finden ist.
Die Klage bezieht sich also auf die Absichtserklärung Googles und nicht auf eine bereits abgeschlossene Verletzung des Urheberrechts. Und bevor diese Verletzung durch eine Vereinbarung mit den Verlagen verhindert wird, möchte die Autoren eben auch ihre eigenen Ansprüche anmelden.