Google widersetzt sich US-Regierung
In den letzten Jahren hat sich Google häufig sehr zugänglich für die Wünsche und Bedürfnisse staatlicher Stellen oder auch ziviler Kläger gezeigt. Doch wie die Mercury News jetzt berichten, setzt sich die Suchmaschine schon seit einiger Zeit mit Zähnen und Klauen gegen Forderungen der US-Regierung zur Wehr, die eine Herausgabe von Nutzungsdaten in großem Stil verlangt. Gestützt auf eine Subpoena (Vorladung/Verfügung) wurde von Google verlangt, der Regierung Bush 1 Million zufällig ausgewählter Web-Adressen sowie die gesamten Suchanfragen einer Woche auszuhändigen. Hintergrund ist offenbar der Versuch, das im Jahr 2004 zum wiederholten Male gescheiterte Kinderschutzgesetz COPA durchzudrücken (vgl. Archiv). Mit Hilfe der Google-Suchen soll gezeigt werden, dass Kinder und Jugendliche im Internet auch ungewollt mit Pornographie konfrontiert werden könnten. Doch Google fürchtet um den Datenschutz seiner Anwender - und um seine Geschäfte. Denn würde bekannt, dass die Suchmaschine derart leichtfertig mit Anwenderdaten umgeht, wäre wohl kaum jemand bereit, Google wie bisher so viele Einblicke in die eigene Internet-Nutzung zu geben. Andere Suchmaschinen haben diese Bedenken allerdings nicht. Die US-Regierung hat zumindest durchblicken lassen, dass andere Suchmaschinen bereits in die Lieferung der geforderten Daten eingewilligt haben.