Zahl der 'Suizid-Pakte' steigt weiter
Laut einem Bericht der BBC hat die Zahl der (via Internet) vereinbarten Selbstmorde in Japan erneut zugenommen. Im vergangenen Jahr sollen sich 91 Personen bei einem gemeinschaftlichen Selbstmord getötet haben, während es im Jahr zuvor noch 55 waren und im Jahr 2003 sogar nur 34 gezählt wurden. Das entspricht zwar nur einem geringen Teil der Selbstmorde insgesamt. BBC gibt unter Verweis auf die Statistik des Jahres 2003 die Zahl von 34.000 Selbstmorden an. Dennoch beschäftigen sich die Medien sehr mit diesen "Suicide Pacts" - und tragen damit vielleicht sogar ungewollt zum Anstieg der Zahlen an. Laut dem statistischen Jahrbuch 2006 ist jedenfalls die Gesamtzahl der Selbstmorde in Japan insgesamt am Sinken. Für das Jahr werden nur noch 30.227 angegeben, wobei sich die Rate mindestens seit den 70er Jahren weitgehend konstant innerhalb eines recht engen "Range" bewegt (s. Jahrbuch). Dennoch ist die Entwicklung bei den Suizid-Pakten bedenklich, da die in der Gruppe vereinbarte Handlung möglicherweise auch von Personen getragen wird, die für sich alleine gestellt nicht zum Freitod in der Lage wären. Bei einigen Fällen in der Vergangenheit ließen sich Teilnehmer beispielsweise fesseln, obwohl sie zuvor Abschiedsbriefe verfasst hatten. Das in den meisten Fällen gewählte Verfahren scheint ebenfalls Hindernisse und Hemmnisse abzubauen, denn Klebeband für die Isolation eines Fahrzeugs sowie ein portabler Ofen für Holzkohle sind für jedermann erreichbar und Kohlenmonoxid-Vergiftungen führen vergleichsweise schnell zum Tod. Dabei wird leider zu selten darauf hingewiesen, dass "unvollständige" CO-Vergiftungen zu bleibenden Hirnschäden führen können. In Japan setzt man derweil auf die Zusammenarbeit mit Service Providern, die sich selbst verpflichtet haben, Hinweise auf Suizid-Pakte an die Behörden zu melden. Doch das Thema "Selbstmord" wird laut BBC auf vielen Web Sites diskutiert und es gibt sogar regelrechte Reiseführer für die am besten geeigneten (Park-) Plätze. Die konkreten Vereinbarungen dagegen werden eher selten öffentlich getroffen.