30.03.2006

Gerüchte um Googles Musik-Ambitionen

Eine Einladung Googles an 20 Top-Manager der Musikindustrie zu einer "Spezialkonferenz" sorgt für Gerüchte. Einige US-Medien halten es für möglich, dass die Suchmaschine ein eigenes, kommerzielles Musikangebot plant. Das Magazin Ars Technica wiederum hält es für denkbar, dass Google bei diesem Treffen die Fronten klären möchte. Denn in einem Rechtsstreit der Filmindustrie gegen den Bit Torrent-Index Torrentspy wurde von dem beklagten Unternehmen gerade für Gerichtszwecke das Argument verwandt, ein Torrent-Index sei im Grunde nichts anderes als Google. Hier wie da würden nur Informationen aus dem Internet zugänglich gemacht. Dieser Vergleich hinkt allerdings beträchtlich, denn Google ist eher weniger dafür geeignet, Torrents zu finden, wenn keine nähere Bezeichnung der jeweiligen Torrent-Datei bekannt ist. Torrentspy dagegen liefert direkte Links auf Torrents - auch zu solchen von urheberrechtlich nicht zum Tausch freigegebenen Werken. Was von der Filmindustrie so interpretiert wird, dass Torrentspy sich wissentlich an den Verstößen gegen das Urheberrecht beteiligt. Google dagegen dürfte keine unmittelbare Gefahr einer Klage durch die Musik- oder Filmindustrie drohen. Nichtsdestotrotz ist die Einschätzung von Ars Technica sicher richtig, dass Google einen guten Kontakt auch zur Musikindustrie pflegen möchte, um solche Probleme schon im Vorfeld zu vermeiden. Nichts anderes geht auch aus der von Google selbst inzwischen gegebenen Erklärung hervor. Demnach handelt es sich um ein ganz normales "Networking Event", wie es mit Vertretern anderer Branchen auch stattfindet. Ein Musikhandel wird von der Suchmaschine derzeit jedenfalls nicht geplant.



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