10.04.2006

Syndizierung von Blog-Inhalten

Ein neues Online-Projekt aus den USA weicht die bisherige Trennung zwischen Medien und Web Logs noch weiter auf. Ziel des Vorhabes ist es, konventionelle Medien mit Blog-Inhalten zu versorgen.

Üblicherweise gelten Web Logs für viele als eine Art Spiegel der Medienwelt, weil in den Blogs häufig Berichte konventioneller Medien verarbeitet und vor allem kommentiert werden. Hinzu kommt, dass Blogs gerade in den USA oft eher als zweitklassige Informationsquelle gelten, da man dort von einem eher standardisierten Berufsbild der Journalisten ausgeht und man den Blog-Autoren dieses Qualitätsmerkmal pauschal abspricht.

Doch dieses Bild gerät durch das Vorhaben BlogBurst ins Wanken, denn dort sollen Inhalte von Blogs gesammelt und für die Syndizierung aufbereitet werden. Kunden dieser Syndizierung sind wohl in erster Linie die Online-Auftritte konventioneller Medien. Wobei bei den ersten Tests schon renommierte Tagesszeitungen wie die Washington Post oder die San Francisco Chronicle beteiligt sind.

Diese erhalten die Blog-Inhalte allerdings nicht in Rohform. Der BlockBurst-Initiator Pluck beschäftigt vielmehr eine eigene Redaktion, die eine Vorauswahl der zu syndizierenden Inhalte trifft und auch die redaktionelle Nachbearbeitung übernimmt. Erst dann werden diese Blog-Inhalte als Kommentare von den BlogBurst-Kunden übernommen.

Diese Kunden zahlen zwar Gebühren für die Syndizierung, doch die bisher teilnehmenden 600 Blogs erhalten davon keinen Anteil. Sie sollen von der größeren Reichweite und dem Ruhm profitieren, den ihnen die Syndizierung bei den "großen" Medien verschafft. Ob die Eitelkeit der Blogger groß genug sein wird, um dieses Geschäftsmodell tragbar zu machen?



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