'Terror-Wettbewerb' beendet
Bruce Schneier führt dem US-Heimatschutz vor, was ihm dringend fehlt: Phantasie. So könnte man das Ergebnis eines Aufrufs des populären Sicherheitsexperten zusammenfassen, den er am 1. April 2006 in seinem Web Log veröffentlicht hat. Alle Leser wurden dazu aufgefordert, einen "Movie Plot" zu entwickeln, eine Filmhandlung also, in der es um einen fatalen Terror-Angriff auf die USA geht. Schneier hat gerade den Gewinner dieses Wettbewerbs bekannt gegeben, in dem es kurz zusammengefasst um die Zerstörung der Grand-Coulee-Talsperre und deren katastrophale Folgen für den Westen des Landes geht. Doch dieses gut ausgedachte und nicht unrealistische Szenario ist nicht die eigentliche Botschaft des Schneier-Experiments. Viel wichtiger scheint es, dass Schneier fast 900 Kommentare auf seinen Blog-Eintrag erhielt und er ein regelrechtes Buch mit 195 beidseitig beschriebenen Seiten aus den verschiedensten Plot-Vorschlägen zimmern konnte. Nach seiner Einschätzung sind viele dieser Ansätze durchaus realistisch und wurden von den Sicherheitsbehörden des Landes bisher vielleicht nur unvollkommen berücksichtigt. Doch das wird sich nun ändern und Schneiers "Großes Buch der Terror Plots" wird sicher noch einige Leser finden. Vielleicht wird das auch die allgemeine Haltung gegenüber dem Terror verändern. Denn gefährlich ist es nicht, wenn Kinder Bombendrohungen in ihrem Koffer verstecken, um die Sicherheitsbeauftragten zu verärgern. Gefährlich ist es, über Terror-Phantasien nicht nachzudenken und sich so in die Gefahr zu begeben, dass Phantasien wahr werden können.