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| Freitag, 14.07.2006 | ||||||||
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Domain-Adressen bringen Probleme mit sich, die man aus Vor-Internet-Zeiten nicht kennt. Diese Erfahrung machte beispielsweise das schon seit 1995 bestehende Beratungsunternehmen Adsense. Die Chefin dieses Unternehmens erhält seit dem Start von Google Adsense im Jahr 2003 ständig Anrufe und Mails von Partnern der Suchmaschine. Inzwischen ist sie es leid und hat die Domain verkauft, um nicht weiter unfreiwillig Adsense-Support leisten zu müssen. Doch das nur als Einleitung zu einem weiteren, verwandten Thema, gewissermaßen in eigener Sache. Auch die Domain intern.de hat ein Problem, das man ihr nicht auf den ersten Blick ansieht: Sie ist seit Jahren ein Magnet für Mail-Irrläufer, wobei diese Mails fast ausschließlich geschäftlicher Natur sind. Und teilweise recht brisante Dinge beinhalten. Das Problem ist hier schon seit Jahren bekannt und wurde bisher dadurch gelöst, dass nur Mails angenommen werden, die an bestimmte existierende Adressen unter intern.de gerichtet sind. Doch auch so dringen immer wieder Irrläufer durch, denn Postfach-Adressen wie beispielsweise "info@" sind nicht besonders "unique". Insgesamt hat sich die Zahl der Irrläufer an intern.de inzwischen auf mehrere hundert, teilweise sogar tausend pro Tag erhöht. Ein Umstand, der zunehmend zu Denken gibt, denn in diesen Briefen teilt nicht nur die Sekretärin einer Steuerberatersozietät im Rheinland mit, dass sich der Mallorca-Flug ihres Chefs verschiebt und "P.S. unten im Eisfach ist noch Vanille-Eis, wer möchte". In solchen Mails wird dann auch schon mal der Bauplan eines neuen Supermarktes als 750 Kilobyte-Anhang verschickt, den "Name eines großen Discounters hier einsetzen" im britischen Ramsgate plant. Oder das Dankesschreiben eines Hamburger Papierhauses an ein Lederwaren-Unternehmen, das sich am "Umbau unserer Filiale Hanseviertel" beteiligen möchte. Vertragsunterlagen anbei, "mit der Bitte, diese möglichst heute noch unterschrieben per Fax zurück zu senden". Das nur, um einige Beispiele aus der Ausbeute einer halben Stunde (!) zu nennen, denn üblicherweise werden diese Mails gar nicht erst gelesen. Und um auch das zu sagen: Alle genannten Fälle wurden soweit möglich telefonisch über das Problem informiert. Was zu teilweise sehr überraschten Reaktionen führte, etwa bei der Sekretärin, die bei der unvermittelten Frage nach dem Vanille-Eis im Eisfach schweigend einen Aha-Effekt durchlebte. Wozu nun aber dieser Beitrag, der doch nur ein sehr begrenztes Problem betrifft? Ist es ein begrenztes Problem? Das kann niemand sagen. Bisher waren alle Techniker und Software-Ingenieure interessiert und erstaunt über das Phänomen, wenn man es ihnen schilderte. Aber eine eindeutige Erklärung konnte bisher keiner liefern. Das möglicherweise auch, weil es mehrere Erklärungen - je nach Systemkonfiguration - für das Phänomen geben könnte. Ein Hinweis ist jedenfalls, dass es sich immer um Mails aus Unternehmen handelt. Also vermutlich um Umgebungen, bei denen Datenbanksysteme (z.B. Lotus Domino) zum Einsatz kommen. Hier könnte etwa ein Autocomplete für "interne" Mails in Frage kommen. Tatsächlich weisen die Header in vielen Fällen auf den Einsatz solcher Server hin. Doch das gilt nicht immer und daher kann auch keine Verallgemeinerung getroffen werden. Verallgemeinern kann man nur Eines: Elektronische Mail wird vielfach zu gedankenlos als sicheres Transportmittel akzeptiert. Auch für Dokumente, die mit geschäftlichen Angelegenheiten verbunden sind und daher besonders geschützt sein sollten. Mails mit verschlüsseltem Inhalt wurden hier dagegen nicht registriert. Nur in einem Fall, die Mail enthielt einen Vertrag über eine Studie, in Auftrag gegeben von einem deutschen Pharmaunternehmen, wurde das Dokument gepackt und verschlüsselt. Doch die Absenderin notierte im Begleitschreiben Folgendes: "Passwort ist der Vorname von Frau Th.". Der volle Name ihrer Abteilungsleiterin war im WWW in wenigen Minuten zu finden.
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