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Kurz notiert
Weniger klebrig

Forschungsergebnisse von AMD haben gezeigt, dass Notebook-Käufer es hassen, wenn ihre neu erworbenen Windows-Geräte mit Intel-Prozessor mit Aufklebern signalisieren, was bereits bekannt ist: Dass sie mit Windows betrieben werden und über einen Intel-Chip verfügen. Die Aufkleber sind noch dazu verhasst, weil sie mit dem widerstandsfähigsten Kleber der Weltraumforschung aufgepappt werden, der nach Entfernung des redundanten Werbeunrats seine adhäsive Wirkung an den Härchen des Besitzers unter Beweis stellt. AMD reagiert auf diese Ergebnisse und will ab nächstem Jahr nur noch Aufkleber verwenden, die sich samt Kleber leicht ablösen lassen.

 

 
Billige Nummer

Gawker.com, auch verantwortlich für das Gadget-Magazin Gizmodo, hat unter wikileakileaks.org ein Wikileaks für Wikileaks-Geheimnisse gestartet. In der Hauptsache handelt es sich um Zeitungsartikel und Gawker-Artikel über Wikileaks und Julian Assange. Unnötig zu sagen, dass der "Polizeibericht über die sexuelle Belästigung", die Assange fälschlich vorgeworfen wurde, auch wieder aufgewärmt wird. Und zwar in Form einer von Gawker gekürzten Fassung eines Berichts der britischen Daily Mail. Dieser Bericht enthält allerdings nur intime, aber keine strafrechtlich relevanten Details.

 

 

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Wikipedia werbefinanziert? PDF  | Drucken |
Montag, 30.10.2006

Jason Calacanis hat mit einem Posting in seinem Web Log eine interessante Diskussion initiiert. Wie Calacanis es beschreibt, hat er dem Wikipedia-Gründer Jimbo Wales bei einem Essen (Wikipedia Dinner) vorgeschlagen, eine Anzeige im Leaderboard-Format (728x90) auf Wikipedia einzublenden.

Er, Calacanis werde dafür sorgen, dass America Online diese Werbefläche vermarktet, und dass der Online-Dienst dann zusätzlich das Hosting der Online-Enzyklopädie kostenlos übernehmen wird. Die potentiellen Einnahmen aus dem Werbe-Banner schätzt er auf 100 Millionen Dollar pro Jahr. Geld genug, um eine gemeinnützige Stiftung damit zu finanzieren, oder um Dutzende politischer, sozialer oder auch technischer Open Source-Projekte zu unterstützen.

Die Reaktion von Wales auf diesen Vorschlag erwähnt Calacanis nur beiläufig: Wales habe sich geweigert, Werbeanzeigen bei Wikipedia für alle Zeiten auszuschließen. Doch sehr viel näher scheint Wales der Aufforderung von Calacanis nicht gekommen zu sein.

Wenngleich es in diesem Zusammenhang erwähnenswert erscheint, dass Wales vor wenigen Tagen zu einem Brainstorming aufrief, bei dem es ebenfalls um 100 Millionen Dollar ging. Eine Person, die "möglicherweise in der Lage ist", diese Summe aufzubringen, habe ihn gefragt, welche Rechte Wikipedia von dieser Summe kaufen würde, oder welche anderen Träume man sich im Sinne von Wikipedia davon erfüllen könne.

Ob Calacanis diese Person war, ist nicht bekannt. Auch wenn er in der Vergangenheit schon unter Beweis gestellt hat, dass er den Kontakt zu großen Geldgebern nicht scheut. Immerhin hat er sein Blog-Projekt Weblogs Inc. für einen Millionen-Betrag an Time Warner verkauft und ist heute "General Manager" bei Netscape.com (America Online - Time Warner).

Seine Aufgabe ist es, das ehemalige Portal des Mozilla-Vorgängers Netscape zu retten. Wobei er sich dabei weder scheut, andere Dienste (z.B. Digg.com, Slashdot.org) nachzuahmen, populäre Autoren abzuwerben oder die verlinkten Sites in einem Frame Set bei Netscape.com einzubetten.

Seine stark kommerziell orientierte Haltung ist es dann wohl auch, die im Zusammenhang mit Wikipedia für Zurückhaltung sorgt. Was aber dennoch nicht verhindern sollte, über seinen Vorschlag nachzudenken. Denn die heutige Finanzierung von Wikipedia durch Spenden von Anwendern oder von Unternehmen verdient keineswegs das Attribut "gesichert".

Und Wales selbst ist ebenfalls kein genereller Gegner von werbefinanzierten Projekten. Immerhin ist er selbst Mitgründer und Betreiber von Wikia.com, einem werbefinanzierten Projekt, das einerseits die Wiki-Software nutzt und rein äußerlich stark an Wikipedia erinnert. Das aber andererseits nicht mit Wikipedia in Verbindung gebracht werden möchte und sich vielmehr von dem Gemeinschafts-Projekt abgrenzt.

Diese Abgrenzung erfolgt sicher nicht ohne Grund. Doch gerade dieses Projekt sollte auch zeigen, dass man die Vorstellung einer werbefinanzierten Enzyklopädie nicht generell zurückweisen darf. Genausowenig, wie man sie generell befürworten sollte.

Von einem akuten Handlungszwang, der eine Entscheidung erforderlich macht, kann bei Wikipedia derzeit zum Glück nicht die Rede sein. Die Frage ist, ob die Wikipedia-Gemeinschaft in Zukunft vielleicht noch mehr Aufgaben übernehmen sollte, und ob diese neuen Ziele dann eine darüber hinausgehende Finanzierung notwendig machen.

Dann muss die Gemeinschaft in der Lage sein, die Frage der Werbefinanzierung vorurteilsfrei zu diskutieren. Vielleicht konnten die jüngsten Äußerungen von Wales und Calacanis für diese dann anstehende Diskussion zumindest den Boden bereiten.

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