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Kurz notiert
Weniger klebrig

Forschungsergebnisse von AMD haben gezeigt, dass Notebook-Käufer es hassen, wenn ihre neu erworbenen Windows-Geräte mit Intel-Prozessor mit Aufklebern signalisieren, was bereits bekannt ist: Dass sie mit Windows betrieben werden und über einen Intel-Chip verfügen. Die Aufkleber sind noch dazu verhasst, weil sie mit dem widerstandsfähigsten Kleber der Weltraumforschung aufgepappt werden, der nach Entfernung des redundanten Werbeunrats seine adhäsive Wirkung an den Härchen des Besitzers unter Beweis stellt. AMD reagiert auf diese Ergebnisse und will ab nächstem Jahr nur noch Aufkleber verwenden, die sich samt Kleber leicht ablösen lassen.

 

 
Billige Nummer

Gawker.com, auch verantwortlich für das Gadget-Magazin Gizmodo, hat unter wikileakileaks.org ein Wikileaks für Wikileaks-Geheimnisse gestartet. In der Hauptsache handelt es sich um Zeitungsartikel und Gawker-Artikel über Wikileaks und Julian Assange. Unnötig zu sagen, dass der "Polizeibericht über die sexuelle Belästigung", die Assange fälschlich vorgeworfen wurde, auch wieder aufgewärmt wird. Und zwar in Form einer von Gawker gekürzten Fassung eines Berichts der britischen Daily Mail. Dieser Bericht enthält allerdings nur intime, aber keine strafrechtlich relevanten Details.

 

 

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Schmutzkampagne gegen Google-Kritiker? PDF  | Drucken |
Montag, 11.06.2007

Die in London ansässige Datenschutzorganisation Privacy International hat die Datenschutzpraxis von 21 besonders prominenten Online-Firmen beziehungsweise Diensten gegenübergestellt und verglichen. Das Ergebnis ist peinlich für Google, denn die Suchmaschinen erhält als einziges Unternehmen die schlechteste Note.

Google steht demnach für die "umfangreiche Überwachung des Verbrauchers" und eine "tief verwurzelte Abneigung gegen den Datenschutz".

Grundlage des Bewertungsverfahrens waren dabei größtenteils "weiche" Daten aus Expertenbefragungen,  wie man den detaillierten Ergebnissen (PDF) entnehmen kann. So wurde zum Beispiel berücksichtigt, welche Angaben die Firmen in der Vergangenheit selbst zum Thema Vorratsdatenspeicherung gemacht haben.

Hier zeigt sich, dass die Mehrheit der Unternehmen keine oder nur sehr vage Angaben etwa zur Dauer dieser Datenspeicherung machen. Einzig bei Google ist es aufgrund von eigenen Angaben der Suchmaschine bekannt, dass einzelne Daten "nur" 18 bis 24 Monate gespeichert bleiben. Google kann in diesem Fall also nur deshalb ein Vorwurf gemacht werden, weil das Unternehmen im Vergleich zu anderen deutlichere Angaben geliefert hat.

Das könnte den Wert der Studie in Frage stellen, denn auf dieser Grundlage erhält beispielsweise eBay eine wesentlich bessere Benotung, obwohl Mitarbeiter des Unternehmens schon behauptet haben, dass bei dem Auktionshaus niemals Daten gelöscht werden.

Doch die negative Bewertung "Hostile to Privacy" (etwa: "datenschutzfeindlich") scheint den Datenschützern im Fall Googles dennoch angebracht, denn sie erkennen ein einheitliches Muster im Verhalten der Suchmaschine. Google weist bei seinem Umgang mit dem Datenschutz viele Versäumnisse auf und zeigt eine tief ausgeprägte Abneigung gegen dieses Thema - ein Missstand, der weit über das hinausgeht, was die Datenschützer bei den anderen Unternehmen vorfinden mussten.

In diesem Punkt muss man den Datenschützern wohl auch zustimmen, denn Google missachtet schon die wichtigsten Grundsätze des Datenschutzes. So ist es eines der Hauptprinzipien des Datenschutzes, Datensparsamkeit zu betreiben und nur die  notwendigsten Daten zu speichern. Ebenso wichtig ist es, nicht mehr benötigte Daten zu löschen beziehungsweise es dem Anwender zu gestatten, nach Einsichtnahme in die gespeicherten Daten eine Löschung vorzunehmen.

Diese Grundforderungen werden Google praktisch vollständig ignoriert und die Vorratsdatenspeicherung wird beispielsweise fadenscheinig mit gesetzlichen Forderungen begründet, die gar nicht existieren.

Doch das ist verständlich, denn der Anspruch des Verbrauchers auf Datenschutz kollidiert mit dem ausgemachten Ziel der Suchmaschine, wie es von Google-Chef Eric Schmidt vor wenigen Wochen definiert wurde: Google will das tägliche Leben der Verbraucher organisieren und will dazu so viele persönliche Informationen als möglich sammeln. "Das Ziel ist es, dass die Anwender Google fragen können 'was soll ich morgen tun?' oder 'welchen Job soll ich nehmen?'".

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass Google kein Interesse am Datenschutz haben kann. Wobei man es Google zugestehen muss, dieses Ziel zu verfolgen, solange die Anwender über diesen Hintergrund in vollem Umfang informiert werden und dem auch zugestimmt haben. Außerdem sollte man erwarten, dass eine öffentliche Diskussion dieser Ziele von der Suchmaschine nicht nur zugelassen, sondern auch gefördert wird.

Doch in diesem Zusammenhang scheint es bemerkenswert, dass Privacy International behauptet, "Opfer einer Schmutzkampagne" Googles geworden zu sein. Noch vor Veröffentlichung der Studie sollen "zwei europäische Journalisten" von Vertretern der Suchmaschine kontaktiert worden sein. Diesen habe man mitgeteilt, die Datenschutzorganisation habe wohl hinsichtlich Microsoft einen "Interessenkonflikt".

Denn Microsoft schneidet bei dem Vergleich wesentlich besser ab als Google und eines der Mitglieder der Organisation scheint wohl in einer Anwaltskanzlei zu árbeiten, zu deren Kunden Microsoft zählt.

Ob die Behauptung der Schmutzkampagne in dieser Form zutrifft, ist aber schwer zu überprüfen, zumal sich die beiden Journalisten nicht selbst dazu äußern. Aber immerhin scheint Google von Privacy International im Zusammenhang mit der Studie angesprochen worden zu sein. Eine Antwort haben die Datenschützer dabei zwar nicht erhalten, doch dürfte die Existenz der Studie bei Google dadurch bekannt geworden sein.

Und was den Umgang mit Journalisten angeht, hat Google ohnehin schon öfter ein - vorsichtig ausgedrückt - merkwürdiges Verhalten gezeigt. Als News.com vor zwei Jahren beispielsweise in unliebsamer Form über Google berichtete, wurde hausintern verfügt, dass ein Jahr lang keine Gespräche mit Journalisten des Verlags zu führen sind.

Wobei Google bezeichnenderweise den fraglichen Beitrag kritisierte, weil darin der Datenschutz von Schmidt verletzt wurde: Die Autorin des Artikels hatte die Suchmaschine dazu benutzt, Informationen über den Google-Chef zu sammeln. Damit wurde angeblich die Privatsphäre Schmidts verletzt - und diese Privatsphäre steht offenbar nicht jedem in gleichem Maße zu.

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