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| Freitag, 17.08.2007 | ||||||||
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Der US-Marktforscher Knowledge Networks zahlte in einem Vergleich auf "freundschaftlicher" Basis 300.000 Dollar an die Software & Information Industry Association (SIIA). Der Verband, dem unter anderem auch Associated Press (AP), Reed Elsevier und United Press International (UPI) angehören, sieht dies als ersten Erfolg eines gerade erst gestarteten Anti-Piraterie-Programms. Teil dieses Programms ist es, Belohnungen an "Informanten" von Urheberrechtsverstößen zu zahlen, wobei SIIA "Rewards" von bis zu 1 Million Dollar auslobt. Im Fall von Knowledge Networks erhielt der Tippgeber immerhin 6.000 Dollar. Wobei nicht auszuschließen ist, dass diese Person selbst Mitarbeiter des genannten Unternehmens war. Denn der Verteiler, über den die Marketing-Abteilung des Marktforschers Zeitungsartikel und andere kopierte Presseberichte verbreitete, umfasste nur einige Angestellte. Nach diesem ersten Erfolg des Piraterie-Programms wird man nun damit rechnen müssen, dass in den kommenden Monaten weitere Vergleiche dieser Art zustande kommen. Denn während sich im Bereich der Unterhaltung (Musik, Filme) inzwischen eine gewisse Vorsicht eingestellt hat, werden Pressetexte oft noch als unproblematisch betrachtet. Zwar sind in Deutschland inzwischen Serien-Abmahner auf die Idee gekommen, Textübernahmen (z.B. von Kochrezepten) im WWW zu verfolgen. Doch das Kopieren von Web-Artikeln für interne Mails wird meist nicht hinterfragt. Und das scheint den Rechteinhabern der SIAA ein Dorn im Auge.
Man wird
also beispielsweise damit rechnen müssen, dass bald auch US-Blogs
rechtliche Drohungen erhalten werden. Denn dort ist das "Copy &
Paste" von kompletten Artikeln häufiger zu beobachten. Für diese Form
des Missbrauchs hat SIIA sogar eine eigene Meldestelle
eingerichtet, auf der sogar explizit nach Urheberrechtsverletzungen in
Online-Auktionen und password-geschützten FTP-Servern gefragt wird.
Eine andere Meldestelle kann von innerbetrieblichen Denunzianten genutzt werden. Mit der bisherigen Lässigkeit im Umgang mit Texten dürfte es daher auch in den USA bald vorbei sein. Auch wenn die ersten Reaktionen auf die aktuellen Ereignisse im Slashdot-Forum noch für Belustigung sorgen. Denn dort wird als erstes Posting der Text der Nachricht im Volltext übernommen, was von den Administratoren als "funny" eingestuft wird. Doch wie viele Slashdot-Leser inzwischen "aus Spaß" das SIIA-Formular ausgefüllt haben?
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