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| Forschungs-Bots im Zweiten Leben | | Drucken | |
| Mittwoch, 07.11.2007 | ||||||||
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Besucher von Second Life sollten sich künftig nicht wundern, wenn sich ihnen leicht besäuselt erscheinende Avatars nähern, sie ansprechen und dann einfach nur ruhig beobachtend verharren. Diese Avatars sind möglicherweise Teil eines neuen experimentellen Verfahrens, das von britischen Wissenschaftlern vom University College in London entwickelt wurde, und das nun auch im Interdiszplinären Forschungszentrum in Herzliya zum Einsatz kommt. Bei der vor zwei Monaten in Athen bei der 7. internationalen Konferenz für "Intelligent Virtual Agents" erstmals vorgestellten Methode machen es sich die Wissenschaftler zunutze, dass zwar die Avatars in Second Life nicht automatisiert gesteuert werden können, wohl aber Objekte. So haben sie ihre "Experimentalpersonen" mit einem Ring ausgestattet, der Code in der Script-Sprache von Linden Lab ausführen kann. Der Ring "schleppt" die Avatars von Experiment zu Experiment, was die merkwürdigen Bewegungen verursacht. Das Verfahren hat - wie die Wissenschaftler eingestehen - den Vorteil, dass die Forscher am Strand liegen können, während die Kunstfiguren Daten erheben. Diese ziehen in den bisherigen Experimenten los, bis sie einen anderen, isoliert stehenden Avatar finden und platzieren sich dann in einem Abstand, der in der echten Welt etwa 4 Metern entsprechen würde. Dann sprechen sie den fremden Avatar mit einem freundlichen Spruch namentlich an und nähern sich dann auf eine Entfernung, die in den meisten Kulturkreisen als "zu nah" (< 1m) interpretiert wird. Die Avatars "beobachten" dann, wie häufig die derart bedrängten Personen flüchten, auf den Gruß antworten, oder in einer anderen Form reagieren. Viel interessanter als die Ergebnisse dieser "Annäherungen in dyadischen Interaktionen" scheint allerdings die trickreiche Methode der Forscher selbst. Diese wurde eigentlich entwickelt, um eventuell störende Nebenwirkungen beim Einsatz studentischer Hilfskräfte auszuschließen und um ethischen Normen gerecht zu werden. Doch diese ethischen Bedenken werden kommerziell interessierte Nachahmer sicher nicht haben. Man kann sich also darauf vorbereiten, dass Second Life schon bald mit einer Vielzahl von Drohnen bevölkert sein wird, die jeden Passanten mit ihren Werbebotschaft oder ihren weltanschaulichen Problemen belabern werden. Schöne neue zweite Welt.
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