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Kurz notiert
Weniger klebrig

Forschungsergebnisse von AMD haben gezeigt, dass Notebook-Käufer es hassen, wenn ihre neu erworbenen Windows-Geräte mit Intel-Prozessor mit Aufklebern signalisieren, was bereits bekannt ist: Dass sie mit Windows betrieben werden und über einen Intel-Chip verfügen. Die Aufkleber sind noch dazu verhasst, weil sie mit dem widerstandsfähigsten Kleber der Weltraumforschung aufgepappt werden, der nach Entfernung des redundanten Werbeunrats seine adhäsive Wirkung an den Härchen des Besitzers unter Beweis stellt. AMD reagiert auf diese Ergebnisse und will ab nächstem Jahr nur noch Aufkleber verwenden, die sich samt Kleber leicht ablösen lassen.

 

 
Billige Nummer

Gawker.com, auch verantwortlich für das Gadget-Magazin Gizmodo, hat unter wikileakileaks.org ein Wikileaks für Wikileaks-Geheimnisse gestartet. In der Hauptsache handelt es sich um Zeitungsartikel und Gawker-Artikel über Wikileaks und Julian Assange. Unnötig zu sagen, dass der "Polizeibericht über die sexuelle Belästigung", die Assange fälschlich vorgeworfen wurde, auch wieder aufgewärmt wird. Und zwar in Form einer von Gawker gekürzten Fassung eines Berichts der britischen Daily Mail. Dieser Bericht enthält allerdings nur intime, aber keine strafrechtlich relevanten Details.

 

 

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Flucht aus iTunes oder Todeskampf des Albums? PDF  | Drucken |
Freitag, 29.08.2008

Eine "wachsende Zahl" von Musikunternehmen versuchen, Apples Musikhandel iTunes zu vermeiden, weil der Verkauf von "Singles" dort den allgemeinen Handel mit Musik behindert. Das behauptet das Wall Street Journal, ohne allerdings diesen Trend mit Zahlen untermauern zu können.

Das konservative Wirtschaftsblatt liefert vielmehr eine Reihe von Anekdoten, wie etwa die Entscheidung des Musikers Kid Rock (bzw. seines Labels), das Album "Rock 'n Roll Jesus" nicht über iTunes zu verkaufen, was zu einer beachtlichen Zahl (1,7 Mio) von Alben-Verkäufen geführt haben soll. Oder die Entscheidung des Labels Atlantic Music (Warner), das Album der Soul-Sängerin Estelle nach vier Wochen aus dem iTunes-Bestand zu nehmen, obwohl einer der Titel dieses Albums gerade in der Top10 der iTunes-Verkäufe gerutscht war.

Doch ob diese und einige andere genannte Beispiele der iTunes-Verweigerer - in erster Linie "Klassiker" wie AC/DC, Beatles, Eagles - einen Trend begründen, scheint fraglich. Ebenso fraglich ist es, ob es überhaupt eine nennenswerte Fluchtbewegung der Labels aus dem iTunes-Programm gibt. Das wäre strategisch auch nicht sehr sinnvoll, wie das Wall Street Journal selbst erkennt. Denn wenn Musikstücke bei iTunes nicht erhältlich sind, wächst die Gefahr, dass diese Musikstücke über Tauschbörsen ohne Gewinn für Künstler und Labels Verbreitung finden.

Apple iTunes dominiert mittlerweile ganz deutlich den Musikhandel in den USA. Seit Jahresbeginn gilt der Musikhandel als der größte US-Distributor von Musik und hat selbst den Offline-Handel von Walmart überholt. Über 90% des Online-Handels mit Musik erfolgt über iTunes und in den letzten fünf Jahren wurden über fünf Milliarden Musikstücke dort verkauft.

Doch bis auf wenige Ausnahmen werden alle Musiktitel eines Albums bei iTunes auch als einzelne Musikstücke verkauft. Und das scheint zu einem veränderten Kaufverhalten geführt zu haben. Die Ursache dieser Verhaltensänderung hat vermutlich einen simplen Hintergrund. Künstler beziehungsweise ihre Vermarkter neigen zwar dazu, Alben als Gesamtkunstwerke zu verstehen. Doch das kaufende Publikum ist nicht in der Lage, diesem Gedankengang zu folgen.

Was ein von dem Wirtschaftsblatt zitierter Medienprofessor so erklärt: "Die meisten Alben enthalten nur ein, oder zwei gute Lieder, die von 'Füllmaterial' umgeben sind".

Nach diesem Verständnis muss man keinen Massen-Exodus der Labels aus dem iTunes-Katalog befürchten. Wahrscheinlicher ist es, dass Alben ein aussterbendes Format der Musikverbreitung sind. Der größte Widerstand, der sich dieser Entwicklung entgegen stellt, ist der Wunsch der Labels, möglichst großen Profit aus dem Handel mit Musik zu schlagen. Denn beim Verkauf der Alben ist der Gewinn wesentlich höher als beim Verkauf der Einzeltitel.

Aber die Entscheidung, welches Format sich bewährt, folgt nicht dem Wunschdenken der Phonoindustrie, sondern den Verkaufszahlen im Handel. Und diese Entscheidung scheint schon jetzt recht deutlich auszufallen, denn schon im vergangenen Jahr wurden in den USA 844 Millionen Einzeltitel online verkauft, aber nur 50 Millionen Alben. Die meisten davon selbstverständlich bei iTunes.


Links:

(BTW Auch das Wall Street Journal hat Probleme mit dem Online-Handel. Einerseits will man kostenpflichtige Abos verkaufen. Andererseits will man das Internet-Instrumentarium nutzen, um neue Leser zu gewinnen. Darum erhalten Anwender bei der Verfolgung eines Links auf einen WSJ-Artikel oft nur einen Anreißer des fraglichen Berichts. Schneidet man allerdings einen Satz aus diesem Anreißer aus und sucht bei Google News nach diesem Satz, wird man meist auf den Volltext des Artikels verwiesen.)


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