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Kurz notiert
Weniger klebrig

Forschungsergebnisse von AMD haben gezeigt, dass Notebook-Käufer es hassen, wenn ihre neu erworbenen Windows-Geräte mit Intel-Prozessor mit Aufklebern signalisieren, was bereits bekannt ist: Dass sie mit Windows betrieben werden und über einen Intel-Chip verfügen. Die Aufkleber sind noch dazu verhasst, weil sie mit dem widerstandsfähigsten Kleber der Weltraumforschung aufgepappt werden, der nach Entfernung des redundanten Werbeunrats seine adhäsive Wirkung an den Härchen des Besitzers unter Beweis stellt. AMD reagiert auf diese Ergebnisse und will ab nächstem Jahr nur noch Aufkleber verwenden, die sich samt Kleber leicht ablösen lassen.

 

 
Billige Nummer

Gawker.com, auch verantwortlich für das Gadget-Magazin Gizmodo, hat unter wikileakileaks.org ein Wikileaks für Wikileaks-Geheimnisse gestartet. In der Hauptsache handelt es sich um Zeitungsartikel und Gawker-Artikel über Wikileaks und Julian Assange. Unnötig zu sagen, dass der "Polizeibericht über die sexuelle Belästigung", die Assange fälschlich vorgeworfen wurde, auch wieder aufgewärmt wird. Und zwar in Form einer von Gawker gekürzten Fassung eines Berichts der britischen Daily Mail. Dieser Bericht enthält allerdings nur intime, aber keine strafrechtlich relevanten Details.

 

 

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Kritik an Chrome EULA, Open Source-Deklarierung PDF  | Drucken |
Donnerstag, 04.09.2008

Nachdem die ersten Reaktionen auf den Google-Browser überwiegend positiv waren, mischt sich allmählich auch sachte Kritik in die Berichte. Das gilt selbst für größere Medien, die sonst eher versuchen, die aufgeregte Kritik der Fan-Gemeinde Googles zu vermeiden.

In englischsprachigen Medien dominiert dabei das Thema "Google ändert Chrome-EULA" die Berichterstattung. Hintergrund dieser Berichte ist, dass Google im "End User License Agreement" des Browsers einen Passus integriert hatte, der der Suchmaschine weit reichende rechtliche Ansprüche auf alle Inhalte gegeben hätte, die der Chrome-Nutzer auf einer Web-Oberfläche beziehungsweise im Browser eintippt.

Diese Kritik konnte allerdings schnell im Keim erstickt werden, denn Google erklärte, Teile der Lizenz bei den Lizenzen anderer Google-Dienste entliehen zu haben. Die Lizenz für Chrome wurde schnell entsprechend überarbeitet.

Man könnte nun schnell zum nächsten Thema übergehen, aber das wäre vielleicht etwas übereilt. Interessant ist es nämlich schon, dass Google angeblich zwei Jahre an seinem GBrowser arbeitet und dann nicht in der Lage ist, eine angepasste Lizenz zu fabrizieren. Noch dazu, wo sich doch das gleiche "Missgeschick" vor einem Jahr schon einmal ereignete.

Damals ging es um die Nutzungs-Richtlinien von Google Docs & Spreadsheet, die Google ein umfassendes Nutzungsrecht an allen vom Benutzer eingetippten Inhalten zugestanden. Auch damals ließ sich vermuten, dass einfach die allgemeinen Nutzungsbedingungen der Suchmaschine "durch den Zweitverwertungs-Wolf" gedreht worden waren.

Man könnte den Eindruck gewinnen, eine gewisse Schludrigkeit, ein salopper Stil in rechtlichen Angelegenheiten sei eine typische Erscheinung im Hause Google. Was sich beispielsweise auch in der Aussage von Googles Anwälten bestätigt, die eine Klage wegen der Verletzung der Privatsphäre durch Google Streetview mit der Aussage beantworten "... komplette Privatsphäre gibt es nicht in dieser Welt, außer in der Wüste...".

Dennoch scheint die EULA-Kritik mit diesem kleinen Zwischenspiel schon wieder abgeschlossen. Was aber schade ist, denn das Thema Lizenzen sollte man im Fall von Chrome durchaus vertiefen. Google Chrome ist ja laut Google ein Open Source Projekt. So steht es jedenfalls als Titel über dem Chrome Comic - das nebenbei gesagt Monate im voraus in Auftrag gegeben worden war und damit mehr Aufmerksamkeit erhielt, als die Enduser-Lizenz.

Der Begriff "Open Source" wird aber auch an anderer Stelle strapaziert und sogar der PR-Außenminister Googles, Matt Cutts, wiegelt Datenschutz-Bedenken mit einem Zitat der New York Times ab. Dort heißt es, Chrome sei doch ein Open Source Projekt, weshalb man sich keine Gedanken um den Datenschutz machen müsse. Jeder könne den Code in Augenschein nehmen.

Doch stimmt diese Angabe, die Cutts sich hier zu eigen macht? Laut Wikipedia definiert sich ein Open Source-Projekt durch die Bereitstellung des Quell-Codes, durch den Verzicht auf Nutzungsbeschränkungen (Kopie, Weitergabe etc.) sowie durch die Möglichkeit, die Software zu verändern und diese verändert weiter zu geben.

Um es kurz zu machen: Alle drei Bedingungen treffen auf Chrome nicht zu, der Browser ist kein Open Source Projekt, er baut lediglich auf Open Source Projekten auf. Was Google an Open Source-Arbeitet leistet, wird etwa im Projekt "Chromium" zusammengefasst. Aber Chromium ist nicht Chrome, sondern nur die Grundlage der Browser-Software.Der Quell-Code von Chromiumkann vielleicht geladen werden, der Quell-Code von Chrome nicht.

Falls noch Zweifel bestehen, macht die Enduser-Lizenz von Chrome endgültig klar, dass der Browser proprietäre Software ist, kein Open Source-Produkt:

"You may not (and you may not permit anyone else to) copy, modify, create a derivative work of, reverse engineer, decompile or otherwise attempt to extract the source code of the Software or any part thereof, unless this is expressly permitted or required by law, or unless you have been specifically told that you may do so by Google, in writing".

Chromium gibt aber auch keinen Aufschluss über Komponenten des Browsers wie beispielsweise GoogleUpdate.exe, einen Dienst, der sich ebenso dreist in Windows einnistet wie der von Apple bekannte Updater. In diesem Zusammenhang wundert sich das Blog "Standart Tolleranz Maschiene" dann auch, warum dieser Updater eine Mail-Adresse verschickt.

Wer weiß, was noch so alles von Chrome verschickt wird, zusammen übrigens mit einer eindeutigen Seriennummer der Installation. Matt Cutts behauptet zwar, es sei nicht viel, sieht man von "other anonymous usage statistics" ab. Doch er sagt ja auch, Chrome sei ein Open Source Projekt. Ein bisschen stimmt das vielleicht alles, aber komplettes Open Source gibt es wohl so wenig wie kompletten Schutz der persönlichen Daten.

 

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