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| 12 Millionen Spam-Mails für einen Klick | | Drucken | |
| Montag, 10.11.2008 | ||||||||
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Amerikanische Wissenschaftler haben erneut ein Experiment
unternommen, bei des um die Ökonomie des Spam-Versands geht. Ihr
Ergebnis in einem Satz: Ein einziger Kauf als Reaktion auf 12
Millionen verschickte Mails ergeben unterm Strich schon ein ein
rentables Geschäft. Um zu diesem Ergebnis zu kommen, haben die Wissenschaftler der kalifornischen Universitäten San Diego und Berkeley Teile des Storm Worm BotNets infiltriert. Ähnlich wie es Wissenschaftler der Universität Mannheim schon vor einigen Monaten beschrieben haben. Auch die Kalifornier unternahmen ihre Tests im Frühjahr 2008. Etwa einen Monat lang manipulierten sie die mit Trojanern infizierten Rechner und veränderten die von ihnen verschickten Mails. Die Spam-Mails, in denen für Pharmazeutika geworben wurde, wurden mit einer anderen Zieladresse versehen. Diese Adressen führten auf Rechner, die von den Forschern so eingerichtet waren, als handele es sich um Online-Shops. Und die Spam-Empfänger, die auf diesen Seiten landeten, konnten das Sortiment durchsuchen und Artikel bestellen. Erst bei der eigentlichen Bestellung wurde das Verfahren durch Fehlermeldungen unterbrochen. Die Identität der Besteller blieb den Forschern damit unbekannt. Innerhalb der Testphase von 26 Tagen wurden 350 Millionen Mails verschickt, die zu gerade 28 Fast-Einkäufen führten. Bis auf eine einzige Bestellung ging es dabei immer um Mittelchen zur Steigerung der männlichen Sexualleistung. Durchschnittlich bestellten die Käufer Waren im Wert von rund 100 Dollar, was zu einer Gesamteinnahme von 2.731 Dollar führte. Da die Wissenschaftler aber nur etwa 1,5% des BotNets unter Kontrolle hatten, fällt der Umfang der Bestellungen im Alltagsbetrieb vermutlich wesentlich höher aus. Die Forscher schätzen, dass die Tageseinnahmen irgendwo zwischen 7.000 und 9.500 Dollar liegen könnten. Grob gerechnet gehen sie von Jahreseinnahmen von 3,5 Millionen Dollar aus. Allerdings müssen dafür dann auch rund 25 Milliarden Spam-Mails verschickt werden. Und 11.999.999 Mails müssen unnütz gelöscht oder gefiltert werden, um den Selbstwert eines einzigen Mannes zu heben und gleichzeitig sein Schamgefühl zu schonen.
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