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| Betrug durch Powerseller oder überhitzte Gerüchteküche? | | Drucken | |
| Montag, 08.12.2008 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bonner Polizei teilt in einer Pressemeldung mit, dass gegen
ein Bonner Unternehmen ermittelt wird, das "Uhren über ein
großes Online-Auktionsportal anbot". Bei den Ermittlungen
geht es demnach um den Verdacht auf Betrug. Wie es weiter heißt,
befinden sich die Ermittlungen noch am Anfang. Der Verdacht der Polizei stützt sich auf eine "Vielzahl" von Anrufen sowie auf Anzeigen von Kunden, die aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei der Lieferung gestellt wurden. Der Name des Powersellers wird nicht genannt. Ein bei eBay.de veröffentlichter "Testbericht" bringt die Pressemeldung allerdings in Zusammenhang mit einem Powerseller, der bis vor wenigen Tagen noch Bewertungen erhielt, dessen Konto aber offenbar in der letzten Woche eingestellt wurde.
Diese Bewertungen
zeigen in den letzten Tagen eine auffällige Häufung
negativer und neutraler Bewertungen bei gleichzeitig sehr niedrigen
Preise für Modeuhren mit Markennamen (Armani sowie Dolce &
Gabbani). Trotz der 99 negativen Bewertungen des letzten Monats zeigt das Bewertungsprofil 99% positive Bewertungen an.
Nach der weiteren Darstellung des Autors des Testberichts hat dieser Powerseller in den letzten 14 Tagen vor der
Sperrung am 4. Dezember die Zahl der eingestellten Uhren drastisch
erhöht und zugleich im Kleingedruckten eine lange Lieferzeit in Aussicht gestellt. Das verstärkt den Eindruck,
dass Unzufriedenheiten vom Händler einkalkuliert wurden. Man könnte auch annehmen, dass hiernoch einmal kräftig Umsatz gemacht werden sollte. Allerdings widerspricht der Powerseller selbst im eBay-Forum entschieden all diesen Behauptungen und Vermutungen. Seiner Darstellung nach handelt kam es zur Sperrung, weil Kunden die Angaben zum Versand nicht gelesen haben und überreagierten. Zugleich soll - auch aus Kreisen der Wettbewerber und Geschäftspartner - das Gerücht gestreut worden sein, dass seine Uhren gefälscht seien. EBay habe daraufhin gefordert, dass der Powerseller seine Einkaufsrechnung per Fax vorlegt, um den Fälschungsverdacht zu zerstreuen. Doch das hat der Händler offenbar verweigert woraufhin eBay das Konto sperrte. Die negativen Bewertungen des letzten Monats sind demnach nicht gerechtfertigt und unter anderem eine Folge der überhitzten Forendiskussionen sowie der voreiligen Sperrung. Somit stehen sich zwei sehr unterschiedliche Darstellungen gegenüber, wobei die Pressemeldung der Polizei keinesfalls als Nachweis irgend einer Schuld zu sehen ist. Und auch wenn der Händler sich weigert, eBay seine Rechnungen vorzulegen, darf noch nicht unterstellt, werden, dass es sich um gefälschte Ware handelt. Das hat im Zweifelsfall nur die Polizei zu bestimmen, doch deren Ermittlungen haben wie gesagt gerade erst begonnen.
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