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| Blog-Verkauf als Geschäftsmodell? | | Drucken | |
| Freitag, 09.01.2009 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Seit gestern kann man wieder einmal staunend beobachten, wie eine News aus dem Nichts entsteht und es - vielleicht auch angesichts fehlender Konkurrenz durch wichtigere Themen - zu großer Beachtung schafft. Gemeint ist der Verkauf des deutschen Blogs Basic Thinking bei eBay, der es immerhin zu Berichten bei FAZ und BILD sowie bei Spiegel und Focus geschafft hat.
Es muss also schon etwa dran sein, wenn der Sache so viel Aufmerksamkeit gewidmet wird, möchte man meinen. Und tatsächlich scheint es auch ernsthafte Kaufinteressen für das Blog ohne Blogger zu geben. Aktuell werden 20.050 Euro bei der seit gestern Abend laufenden eBay-Auktion geboten. Der Betreiber des Blogs, Robert Basic, hält sogar noch weit mehr für möglich und in den Kommentaren der verschiedenen Blogs, die über den Blog-Verkauf meta-bloggen, beginnen sogar schon einige die Bodenhaftung zu verlieren. Im SOS-SEO Blog meinen beispielsweise in einer Mini-Umfrage 21 von 50 Befragten, dass zwischen 50.000 und 100.000 Euro als Verkaufspreis drin sind. Weitere 5 gehen sogar von einem Preis von über 100.000 Euro aus. Wobei unklar bleibt, ob die Befragten selbst so viel dafür bezahlen würden, oder ob sie eine genauere Vorstellung von den Beträgen haben, von denen sie da reden. Nichtsdestotrotz macht das alles - man muss es neidlos zugeben - die Sache spannend zu beobachten. Denn die bloßen Fakten alleine würden die Aufmerksamkeit der Medien nicht rechtfertigen. Reduziert auf das Wesentliche wird hier eine Domain samt früher eingestellter Inhalte (auch Kommentare?) verkauft, die als Marke für andere Zwecke nur bedingt tauglich wäre. Zumal es hunderte von Markeneinträgen mit dem Bestandteil "Basic" gibt, die eine kommerzielle Zwecke erschweren könnten. Aber sowohl der Verkäufer als auch die Mehrzahl der Beobachter scheinen ohnehin an eine Fortsetzung des Blog-Daseins der Domain zu glauben. Was wiederum in Ermangelung von Alternativen eine Refinanzierung durch Werbung fast unausweichlich macht. Andere dagegen wie etwa Florian Treiß im Turi-Blog für Medien-Profis halten das aber für wenig wahrscheinlich. Selbst wenn Basic in seinem Verkaufsprospekt bei eBay dazu einige ermutigende Angaben macht. Das Problem ist, dass dieser Werbeerfolg sich in Zukunft bestenfalls dann einstellt, wenn das Blog weiterhin in der bisherigen schwungvollen und charmanten Form betrieben wird. Doch der Blogger Basic steht wie gesagt nicht mit zum Verkauf. Bleibt also im Grunde doch nur der Verkauf einer Domain samt der bestehenden Inhalte und dem sicher mühevoll aufgebauten "Wert" der Domain in Gestalt etwa der heutigen Verlinkung in der Blogosphere. Das ist es wohl auch, was im Turi-Blog dann als "Versuch einer Professionalisierung und besseren Kapitalisierung des Bloggens" bezeichnet wird. Das Verkaufsmodell würde demnach im Aufbau von Domains und Communities bestehen, die nach einer gewissen Zeit der "Reifung" meistbietend verkauft werden. Sollte der Verkauf von Basic Thinking also tatsächlich einen hohen fünf- oder gar sechsstelligen Preis erzielen, würden sicher etliche andere Blogger auch den lukrativen Ausstieg aus ihrem (vielleicht etwas zu routiniert gewordenen) Blogger-Dasein suchen. Allerdings müssten sie es dann auch wie Basic schaffen, die werbewirksame Aufmerksamkeit ihrer professionellen Kollegen zu erlangen. Ob das im Wiederholungsfall des Blog-Verkaufs wieder so einfach ist, ist eine andere Frage.
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