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| Freitag, 13.03.2009 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Führende britische Musiker haben sich in der "Featured Artists Coalition" zusammengeschlossen und wollen offenbar den Machtkampf zwischen Musikindustrie und Musikpiraten nutzen, um ihre eigene Interessen zu stärken. Das tun sie sehr geschickt, indem sie zunächst einmal Otto Normal-Downloader Absolution erteilen.
"Es kein Verbrechen, (etwas) herunterzuladen", legt beispielsweise der Independent der neuen Koalition als Leitspruch nahe. Und etwas genauer formuliert heißt es weiter, dass die Öffentlichkeit nicht dafür verfolgt und bestraft werden sollte, wenn sie illegale Musik aus dem Internet lädt. Wer nun erwartet, dass Robbie Williams oder Annie Lennox mit Piratenflaggen wedeln und für die Benutzung von ThePirateBay.org werben, hat das Anliegen der bisher 140 Stars falsch verstanden. Ja, die Musiker suchen den Schulterschluss mit dem Publikum. Aber sie suchen die Fraternisierung nicht, um sich von ihren eigenen Rechten zu verabschieden. Sie wollen vielmehr die Gelegenheit nutzen und die angeschlagene Musikindustrie zu einer gerechteren Beteiligung an den Einnahmen aus dem Musikgeschäft zwingen. Doch in dieser Hinsicht gehen sie ans Eingemachte. Das zeigt sich etwa an der Forderung nach der Übernahme eines wichtigen Grundsatzes aus dem deutschen Urheberrecht. Die Künstler verlangen, dass auch in Großbritannien und andernorts das Urheberrecht als nicht übertragbar zu gelten hat. Und diese Übertragbarkeit der Rechte in Form von Lizenzen soll auf maximal 35 Jahre beschränkt sein. Das würde den Künstlern wesentlich mehr Kontrolle über ihre Werke geben. Eine weitere Forderung ist es, dass die Künstler immer an den Einnahmen fair beteiligt werden, wenn ihre Werke in irgend einer Form zur Aufführung kommen. In einem anderen Punkt aber weichen die "Featured Artists" von der vorherigen Forderung nach dem Beibehalt des Urheberrechts wieder ab. So heißt es, dass die Inhaber der Rechte auch verpflichtet sein sollten, diese Werke zu veröffentlichen, zum Verkauf anzubieten. Geschieht dies beispielsweise angesichts neuer Technologien nicht, sollten die Rechteinhaber die Rechte einbüßen. Diese widersprüchliche Position erweckt den Eindruck, dass es hier nicht um die Revolutionierung des Urheberrechts geht, sondern eher um eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der führenden Künstler. Zu dieser Vermutung trägt auch der einleitende Satz des "Manifests" der Koalition bei. Dort heißt es im Wortlaut: "Führende Künstler, die auf den Aufnahmen gewürdigt werden und die zu den vorrangig genannten Darstellern zählen, sind für den größten Teil der Einnahmen der Musikindustrie verantwortlich. Ihre Interessen müssen sorgfältig gewahrt werden". Das klingt nicht nach musikalischem Freiheitskampf, sondern eher nach einer Gewerkschaft für Millionäre.
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