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Network Solutions (NSI), der einstige Monopolist der CNO-Domains (.com, .net und .org), schreibt zur Zeit eine Vielzahl seiner Kunden an, um sie über den Ausgang einer Sammelklage zu informieren. Die Angeschriebenen können sich freuen, denn sie erhalten Geld beziehungsweise einen geldwerten Vorteil von NSI.
Die (zusammengefassten) Sammelklagen, deren Einstellung NSI bekannt gibt, wurden demnach im
Februar beziehungsweise März 2008 von verschiedenen Klägern beantragt.
Einen Monat zuvor war bekannt geworden,
dass NSI sich als "Front-Runner" betätigt, um angeblich gegen das
Problem der "Domain Taster" anzugehen.
Gemeint ist damit, dass NSI als
Registrar eine Whois-Schnittstelle zur Verfügung stellte, über die der
Status von Domains abgefragt werden konnte. Suchte ein potentieller
Domain-Käufer nach einer noch freien Domain, registrierte sie aber
nicht umgehend, dann wurde die Domain von NSI selbst "vorsichtshalber"
registriert. Wollte der Domain-Interessent die Domain im Laufe der
nächsten 4 Tage registrieren, so erhielt er den Hinweis, dass die
Anmeldung nur über NSI erfolgen kann und damit auch zu den
vergleichsweise hohen Preisen des Registrars.
NSI gab an, diese Praxis
zum Schutz eingeführt zu haben. Es sollte unter anderem verhindert
werden, dass die nachgefragte Domain von einem Domain Taster
registriert wird, der die Domain nur für die kostenlose Phase der
"Grace Period" (5 Tage) anmeldet, um unter der Adresse Werbung zu verbreiten.
Doch die Domain-Interessenten hatten allen Grund, sich durch dieses Vorgehen genötigt zu
fühlen. Für sie bestand schon kurz nach der Prüfung der Domain keine
andere Wahl, als die Domain via NSI zu registrieren. Daher wurde unter
anderem wegen des Verstoßes gegen das kalifornische Wettbewerbsrecht
geklagt.
In der jetzt bekannt gegebenen Schlichtungsvereinbarung
verneint NSI nach wie vor jede Schuld. Doch zugleich
zeigt man sich bereit, ca. 875.000 Dollar an alle Domain-Käufer
auszuschütten, die zwischen Dezember 2007 und März 2008 Domains auf
diesem Weg registrierten. Angesichts der insgesamt über 160.000
betroffenen Domains bleibt da wohl nur für einen Teil der Betroffenen
die ausgehandelte Gebühr von 6 Dollar beziehungsweise 9,91 Dollar.
Doch
immerhin wird das Ergebnis andere Registrars abschrecken, den "Schutz"
ihrer Kunden auf diesem Weg zu sichern.
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