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| Googles Versuche neutral zu bleiben | | Drucken | |
| Dienstag, 24.11.2009 | ||||||||
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Suchmaschinen wie Google sehen sich nicht für die Inhalte verantwortlich, die sie verlinken. Doch es ist augenscheinlich nicht immer leicht, neutral zu bleiben. Das zeigt ein aktueller Fall, bei dem es um ein Bild der amerikanischen First Lady geht, das vermutlich aus rassistischen Motiven manipuliert wurde. Dieses Bild, ein eher schlecht umgesetztes Morphing eines Fotos von Michelle Obama und dem Bild eines Primaten, ist bei der Suche nach "Michelle Obama" auf Platz 1 der Suchergebnisse (Google Images) zu finden. Das war auch den SEO-Experten des Search Engine Roundtable aufgefallen, die das Foto in einem Posting vor knapp 2 Wochen erwähnten. Wie in dem Posting schon vermutet, wurde das Bild dann kurze Zeit später von Google aus den Ergebnissen entfernt. Danach befragt, erklärte Googles PR-Mann Matt Cutts schließlich, man habe nicht nur das Foto aus dem Index entfernt, sondern die ganze Site. Denn von dort aus sei Malware verbreitet worden. Das wiederum kommentiert man bei SearchEngineLand mit dem Hinweis, dass die Site zwar tatsächlich bei Google Images nicht mehr zu finden ist. Doch in der konventionellen Google-Suche unter google.com finde man keinen Hinweis auf Malware. Dort liefert der Befehl "Site:" eine Liste aller Seiten der fraglichen Site. Nebenbei bemerkt, handelt es sich um ein Blog, das unter Googles eigenem blogspot.com gehostet wird. Inzwischen ist nun das fragliche Bild wieder bei der Google Image-Suche zu finden. Auch dieses Mal wird es wieder unter blogspot.com gespeichert, wenngleich unter einem anderen Blog als zuvor. Dafür landet es wieder auf Platz Nummer 1 der Ergebnisliste. Allerdings wird nun dem Bild (in den USA) eine Anzeige Googles vorangestellt, in der die Suchmaschine sich für "offensive search results" entschuldigt. Solange die von Google gelieferten Inhalte aber nicht gegen Googles Richtlinien für Webmaster verstoßen, oder gar gegen geltendes Recht, will die Suchmaschine solche Inhalte und die dazu gehörigen Links in der Ergebnisliste nicht entfernen. Das ist einerseits ein sehr begrüßenswerter Vorsatz, der die Meinungs- und Informationsfreiheit stärkt. Andererseits ist in Folge dieser Haltung gerade in Deutschland eine merkwürdige Schieflage aufgetreten. Während es sogar der Presse verboten wird, Links auf strafbare Inhalte zu veröffentlichen (z.B. Heise.de, Link auf Slysoft.com), darf Google in Deutschland das weiterhin ungestraft tun. Will man hierzulande dennoch auf strafbare Inhalte verlinken, muss man sich also der Hilfe Googles versichern und eine Suche verlinken, bei der die verbotene Seite auf Platz 1 der Ergebnisliste erscheint. Setzt man dann noch den Link in der Variante "Auf Gut Glück" (&btnI=1), dann landet man wie in dieser Suche nach "Michelle Obama" direkt bei Platz der Ergebnisliste, hier also bei dem entsprechenden Wikipedia-Artikel. Oder bei einem beliebigen, "verbotenen" Inhalt, sofern man die Google-Frage richtig formuliert.
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