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| Fernsehen unbefriedigend, Verbraucher suchen Alternativen | | Drucken | |
| Dienstag, 09.02.2010 | ||||||||
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Die von Motorola in Auftrag gegebene Studie "2010 European Media Engagement Barometer" liefert einige recht interessante Ergebnisse. Bemerkenswert scheint beispielsweise die Angabe, dass die durch das Internet und andere technische Neuerungen stark erhöhte Angebotsvielfalt bei den Verbrauchern nicht zu mehr Zufriedenheit geführt hat. Im Gegenteil, 69% der befragten Europäer ließen erkennen, dass sie "die Suche nach für sie relevanten Inhalten aufgrund des übergroßen Angebots frustriert". Für Firmen wie Motorola, die mit ihren Geräten auch noch die mobile Suche nach den gewünschten Inhalten möglich machen, mag das ein befriedigendes Ergebnis sein. Für die Anbieter von TV- oder anderen Unterhaltungsangeboten ist es ein kaum zu lösendes Problem. Wie sollen für jeden Konsumenten über möglichst viele Medienkanäle die jeweils individuell gewünschten Inhalte kombiniert werden, wo doch schon Video-on-Demand in der Praxis oft an den Kosten und der technischen Beschränktheit der Angebote scheitert? Die Verbraucher wünschen sich beispielsweise eine größere Austauschbarkeit beziehungsweise Redundanz der Kanäle. Das zeigt sich etwa darin, dass 59% der von Motorola befragten Deutschen angibt, digitale Inhalte zwischen verschiedenen Endgeräten austauschen zu wollen. Und zwar nicht nur in den eigenen vier Wänden, sondern auch unterwegs. Außerdem sind die meisten europäischen Verbraucher generationsübergreifend Nutzer sozialer Netzwerke. Was sich auch darin widerspiegelt, dass ein Viertel der Verbraucher (28%) ihr Fernsehgerät in diese Aktivitäten einbinden möchten, um beispielsweise Video-Inhalte oder auch Informationen zu Sendungen und Programmhinweise mit Freunden austauschen zu können. Das bedeutet zusammenfassend, dass die europäischen Verbraucher reif sind für eine Konvergenz zwischen dem passiven Medium des Fernsehens und den interaktiven Medien der Telekommunikation. Und Firmen wie Motorola würden sicher nur zu gerne die dafür benötigten Endgeräte beziehungsweise Systeme beisteuern. Doch die Wünsche der Verbraucher bleiben unbefriedigt. Was wohl in erster Linie damit zu begründen ist, dass die Rechteinhaber sich einer zeitunabhängigen Verwendung ihrer Inhalte auf verschiedenen Distributionskanälen widersetzen. So ist im deutschen Fernsehen zu beobachten, dass selbst produzierte Sendungen teilweise auch online abgerufen werden können, nicht aber die bei den Zuschauern beliebten Serien, Spielfilme und andere Filme, die als Fremdproduktionen eingekauft werden.
Nur die wenigsten Produzenten lassen sich auf ein
Modell ein, wie es etwa die anarchische Trickfilmserie South Park
vormacht: Deren Episoden werden im TV-Programm "live" gezeigt und
können gleichzeitig im Web unter southpark.de beliebig abgerufen
werden. Wobei South Park allerdings in mehrfacher Hinsicht als untypisch zu bezeichnen ist. Die im konventionellen Fernsehen zu beobachtende Blockadehaltung bleibt aber nicht folgenlos, wie der Blick in das Internet-freundliche Schweden zeigt. Während in Deutschland noch beachtliche 55% der Verbraucher mindestens einmal pro Woche "live" in die Röhre schauen, trifft das in Schweden nur noch auf 28% zu. Dort schauen sich die meisten Medienkonsumenten (48%) Video-Streams im Internet an. Es ist angesichts der schwedischen Vorlieben nicht unwahrscheinlich, dass ein weiterer Teil der Benutzer auch rechtswidrig aus dem Internet bezogene Videos konsumiert. Das trifft vielleicht auch auf einen Teil der deutschen Nutzer zu, die nach eigenen Angaben (11%) mindestens einmal pro Woche ein Video aus dem Internet laden. Doch egal, ob dies nun legal oder illegal erfolgt. Jeder Video-Download aus dem Internet bedeutet eine im Fernsehen gesehene Sendung weniger.
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