Der Guardian Blogger Roy Greenslade nutzt die Gelegenheit eines Urheberrechtsverstoßes, um das elitäre und moralisierende Getue der Zeitungen The Times und Sunday Times auf den Boden zurückzuholen.
Beide Zeitungen des Medien-Tycoons Rupert Murdoch haben erst kürzlich
eine Paywall eingerichtet, einen
weitgehend kostenpflichtigen Zugang zu ihren Online-Ausgaben. Das wurde
damit begründet, dass journalistische Qualität ihren Preis hat, und dass
Suchmaschinen, Bloggern und anderen Schmarotzern auf diesem Weg das
Wasser abgegraben werden muss.
Doch das Argument der journalistischen
Qualität, für die bezahlt werden muss, gilt wohl nur für die Produkte
der beiden Zeitungen, nicht aber für die Werke anderer Autoren.
Zumindest wurde Greenslade beim Lesen der Atticus-Kommentarspalte der
Sunday Times fündig. Dort fand er einen Beitrag, den er bei der
kostenlosen Website Gentlemen Ranters schon einmal gelesen hatte. Auch
die Namen der Autoren stimmten überein.
Nur, dass es sich nicht um eine
legale und genehmigte Zweitverwertung des Ursprungsbeitrags handelte,
sondern um ein nicht genehmigtes Plagiat. Weder der Autor des
Originalbeitrags noch der Betreiber der Website war um Genehmigung
gebeten worden. Womit sich die Frage stellt, ob denn die Paywall für die
Zeitungen vielleicht noch einen weiteren Vorteil bietet: Da aufgrund
der Zugangsbeschränkung auch die Gefahr abnimmt, dass automatisierte
"Copyright Guards" Zugriff erhalten, fällt das ungenehmigte "Entleihen"
wesentlich leichter. Erst recht, wenn man diese Beiträge mit den Namen
der Autoren kennzeichnet - auch wenn diese Autoren nichts davon wissen,
weil sie selbst nicht für den Zugang zahlen.
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